Integration von Microlearning-Aktivitäten in Online-Kurse

Haben Sie Microlearning schon in Ihren Online-Trainingsmaterialien implementiert? Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, acht Methoden, um kurze, überschaubare Lernaktivitäten in Ihre Online-Kurse zu integrieren.

Wie Sie Microlearning-Aktivitäten in Online-Trainings nutzen können

Kurze, überschaubare Lerneinheiten helfen Ihren Mitarbeitern, Informationen besser aufzunehmen und zu behalten. Kognitive Überlastung wird so vermieden und individuelles, zielorientiertes Lernen im Hinblick auf bestimmte Qualifikationslücken ist möglich. Bewährte Praxistipps zum Microlearning (oder Mikrolernen) in Unternehmen schließen den Aufbau von Online-Trainingsbibliotheken ein, um Arbeitsqualität und Effizienz unternehmensweit zu steigern. Es gibt aber noch viele andere Aspekte für diese Art von Mikrolernen. Wir zeigen Ihnen heute acht erfolgreiche Methoden, wie Sie Microlearning-Aktivitäten in Ihre Online-Kurse integrieren können.

1. Individuelle Qualitätskontrolle

Simulationen, Szenarien mit Verzweigungsoptionen und andere interaktive Online-Trainingsmethoden sind ausgezeichnete qualitative Lernkontrollen. Mitarbeiter können ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und die Qualität der Aufgabenerfüllung selbst testen. So können Wissenslücken identifiziert und passende Lernmodule und Online-Kurse angeboten werden, die helfen, das Verständnis des jeweiligen Themas zu verbessern. Klein und kurz ist die Devise, um schnell und bequem bewerten zu können. Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter, sich in regelmäßigen Abständen selbst zu testen, um den eigenen Fortschritt sehen zu können. Dazu kann die sehr interne Microlearning-Bibliothek genutzt werden, um die eigene Performance aufgrund der qualitativen Testergebnisse weiter zu verbessern.

2. Bewertung der Aufgabenerfüllung

Laden Sie Mitarbeiter ein, an arbeitsbezogenen Simulationen teilzunehmen. Geben Sie sofort Feedback, um Bereiche hervorzuheben, in denen Verbesserungspotential besteht, aber erwähnen Sie auch individuelle Stärken. Das ist eine Art virtuelles Evaluierungsgespräch. Das Learning Management System (LMS), nicht der Manager, analysiert jeden Prozesschritt. Es kann auch aufgrund der Performancedaten wertvolle Orientierungshilfen geben und auf bestimmte Trainingsbausteine oder Infografiken hinweisen, die die vorhandenen Kenntnisse gezielt erweitern können.

3. Spielerischer Aufbau von Fähigkeiten

Lernspiele haben Unterhaltungswert für die Mitarbeiter. Das erhöht die Motivation und Teilnahmequote. Wenn das Spiel in kurzer Zeit beendet werden kann, werden diese Vorteile noch offensichtlicher. Konzentrieren Sie sich auf eine bestimmte Fähigkeit, machen Sie dann eine Storyline und entwerfen Sie originelle Spielcharaktere. Jede Spielstufe sollte auf bestimmte Talente oder Fähigkeiten abzielen, die den Mitarbeitern helfen, Kenntnislücken zu überbrücken. Integrieren Sie Spielmechanismen wie Stufen, Abzeichen und Punkte, um weitere Anreize zum Spielen zu geben.

4. Infografiken zur Illustration von Unternehmensrichtlinien

Infografiken sind unverzichtbare Trainingselemente, weil sie für die Mitarbeiter leicht verständlich sind und auf einen Blick eine Problematik oder einen Trend illustrieren. Infografiken sind selbst bei unterschiedlichen Lernpräferenzen sehr hilfreich und aussagekräftig. Erstellen Sie Infografiken, die verschiedene Compliance-Bereiche zeigen oder organisationsspezifische Protokolle und Prozesse vorstellen. Eine Infografik kann beispielsweise COI-Richtlinien zum Thema haben und Bilder mit statistischen Daten und Fakten kombinieren, um das Erinnerungsvermögen zu steigern. Mitarbeiter können eine Grafik benutzen, um ihr Wissen vor einem Zertifizierungstest schnell aufzufrischen. Diese Mikroelemente sind auch ideal für die schnelle Einarbeitung neuer Mitarbeiter, die sich so auf eine Richtlinie konzentrieren und sich das Wichtigste merken können, ohne kognitiv überlastet zu werden.

5. Szenarien mit Verzweigungsoptionen helfen Mitarbeitern, Entscheidungen zu treffen

Entwickeln Sie kurze Szenarien mit verschiedenen Aktionsoptionen, die testen, wie die Mitarbeiter unter Zeitdruck Entscheidungen treffen. Die richtige Entscheidung muss aufgrund der gegebenen Informationen und mit den vorhandenen Fachkenntnissen innerhalb einer bestimmten Zeit getroffen werden. Achten Sie darauf, nicht zuviel Druck zu machen. Das Ziel ist, die Mitarbeiter in einem realistischen Szenario zu testen und sie nicht von vornherein zu frustrieren. Zu viel Stress ist nicht gut.

6. Demovideos, die von den Mitarbeitern produziert werdens

Geben Sie Mitarbeitern die Chance, eigene Demovideos zu produzieren, die Produkte, Aufgaben oder Compliance-Probleme vorstellen. Diese Videos können auf eine interne Online-Trainingsbibliothek hochgeladen werden, wo die Kollegen sie jederzeit und ortsunabhängig anschauen können. Geben Sie jedem Teammitglied ein bestimmtes Thema, um Überschneidungen zu vermeiden. Eine weitere Alternative ist, dass die Mitarbeiter sich ihr Thema aus einer vorgebenen Liste mit jobspezifischen Aufgaben aussuchen können. Ein Beispiel: Lagerangestellte sollten andere Themenlisten haben als Mitarbeiter im Kundendienst. Auf diese Weise beschränkt sich jeder auf sein Fachgebiet und erstellt wertvolle Informationen für die Kollegen.

7. Social Media Tipps zur Teambildung

Posten Sie Tipps auf Social Media, um die Dynamik im Team und die Zusammenarbeit unter Kollegen zu verbessern. Geben Sie praxisorientierte Einblicke, wie Arbeitsprozesse optimiert werden können und kommunizieren Sie effizienter in Gruppen oder geben Sie Links zu hilfreichen Videos, Artikeln und Leitfäden weiter, die auch für die Kollegen interessant sein könnten. Die Mitarbeiter können hier auch eigene Praxistipps und Tricks veröffentlichen, um Kollegen die tägliche Arbeit zu erleichtern oder deren Verständnis für abteilungsspezifische Herausforderungen zu fördern. Es könnte sinnvoll sein, verschiedene Social Media Gruppen für jede Abteilung oder bestimmte Online-Trainingskurse einzurichten, um alles noch übersichtlicher zu gestalten. So können die Mitarbeiter auf die Gruppen zugreifen, die im Zusammenhang mit ihren eigenen Arbeitsaufgaben oder Wissenslücken stehen und müssen nicht erst lange nach relevanten Tipps suchen.

8. Microlearning-Webinare

Webinare müssen nicht stundenlang dauern und alle Aspekte eines Online-Trainingsprogramms abhandeln. Webinare sind umso effizienter sind je kürzer sie sind, besonders wenn Unterthemen eines Online-Kurses behandelt werden, wie zum Beispiel die Kommunikation mit schwierigen Kunden oder das Thema, wie der Rückgabeprozess beschleunigt werden kann. Hosten Sie Mikro-Webinare, die nur 10 bis 15 Minuten dauern. Bieten Sie im Anschluss daran dann ergänzende Online-Trainingsaktivitäten an. Ein Beispiel: Eine Diskussion auf Social Media, die das Thema vertieft und den Kollegen die Möglichkeit bietet, Informationen auszutauschen. Sie können die Mitarbeiter auch einladen, eigene Mini-Veranstaltungen zu hosten, um individuelle Erfahrungen an andere weiterzugeben.

Die Goldene Regel für Microlearning in Online-Kursen

Jede Microlearning-Aktivität, die Sie in Ihr Online-Trainingsprogramm integrieren, muss in sich geschlossen sein und eine vollständige Lerneinheit darstellen. Die Mitarbeiter sollen ein klares Bild vom Thema oder der jeweiligen Aufgabe bekommen. Bruchstückhafte Erklärungen schaffen nur mehr Verwirrung. Beispielsweise sollte eine Microlearning-Simulation die Aufgabe vom ersten bis zum letzten Schritt zeigen. Die Mitarbeiter müssen die Fähigkeiten und das Wissen haben, um die Aufgabe korrekt auszuführen.

Wie Sie sehen bietet das Microlearning eine Menge Anwendungen, die Ihr Unternehmen vielleicht bisher übersehen hat. Denken Sie auch daran, dass Microlearning-Ressourcen online normalerweise zur Auffrischung und Intensivierung von Wissen gedacht sind. Microlearning kann einen vollständigen Online-Kurs nicht ersetzen, es sei denn, Sie erstellen eine zusammenhängende Serie kleiner Online-Trainingsaktivitäten, um eine Art holistische Trainingsmethode anzubieten.

Wollen Sie erreichen, dass Ihre Mitarbeiter die Microlearning-Lektionen lange in Erinnerung behalten? Dann lesen Sie den englischsprachigen Artikel 7 Tipps To Create Memorable Microlearning Online Training. Dort finden Sie Anleitungen zur Erstellung von Microlearning-Bausteinen, audiovisuellen Medien und Lernmodulen, die Ihre Kursteilnehmer nicht vergessen werden.

Foto von Christopher PappasWir stellen vor – unser Gastautor:
Christopher Pappas ist der Gründer von The eLearning Industry’s Network, eines der größten Online-Netzwerke von E-Learning-Experten. Christopher hat einen MBA- und einen MEd-Abschluss (Learning Design) von BGSU.