Schluss mit Raten: Wie Sie UX mit Eye-Tracking von myGaze und Morae verbessern

Gastbeitrag von Daniel Trifonov.

Das Eye-Tracking bietet eine wesentliche Ergänzung jeder Usability Studie mit Morae 3.3. Mit den myGaze® Eye- Trackern von Visual Interaction ist die Einbindung des Blickpfades der Nutzer in eine Morae UX Studie nun einfacher und günstiger als je zuvor.

Was ist denn eigentlich ein Blickpfad? In einfachen Worten, das ist der Weg, dem unser Auge folgt, wenn wir uns etwas anschauen, zum Beispiel eine Webseite oder ein Bild.

In diesem Beitrag erkunde ich, welchen Wert die Ergänzung einer Morae Studie um die Blickpfad Daten hat, und erkläre den typischen Aufbau und Ablauf einer solchen Studie.

Der Mehrwert von Eye- Tracking.

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Welchen Mehrwert gewinnt Ihre UX Studie durch das Eye-Tracking? Sie haben vielleicht von der Eye-Mind Hypothese gehört, die auf eine starke Verbindung zwischen den Augenbewegungen und der Informationsverarbeitung im Gehirn hindeutet. Die Informationsaufnahme findet hauptsächlich während der Fixationen statt – der Zeit, während der die Augen relativ ruhig bleiben. Das bedeutet, an den Informationen über die Dauer und Reihenfolge dieser Fixationen, können wir die Absichten und Wahrnehmungen des Nutzers ablesen und verstehen, wie er die visuellen Informationen verarbeitet, bevor er bestimmte Handlungen durchführt.

Die Interpretation der Gründe, warum wir unsere Aufmerksamkeit auf bestimmte Objekte richten, oder warum unsere Augen sich bei der Betrachtung eines Bildschirms in einer bestimmten Reihenfolge bewegen, kann natürlich nicht nur von Eye-Tracking Informationen allein abgeleitet werden. Deswegen eignet sich das Eye-Tracking sehr gut zum Kombinieren mit anderen Forschungsmethoden wie der Nutzerbeobachtung, Post-study Interviews, dem Thinking-Aloud oder retrospektivem Thinking-Aloud. Alle diese Methoden können sehr einfach mit Morae umgesetzt werden – und zwar zu einem Bruchteil der Kosten alternativer Technologien.

Das Eye-Tracking ist das einzige Instrument, das visuelle Wahrnehmung objektiv messen und quantifizieren kann. Die Ergänzung der Informationen über die Benutzeraktionen um die Blickpfad-Daten erzählt uns eine Menge über die Wahrnehmung und Verarbeitung der visuellen Informationen, die auf einer Benutzeroberfläche dargestellt sind.

Morae und myGaze im Einsatz

KeyLime Interactive (KLI), eine amerikanische Usability Agentur, benutzte Morae und myGaze, um die Webseiten von zwei Fahrzeugen der Mittelklasse zu vergleichen, die als die erste Wahl unter den kraftstoffsparenden Fahrzeugen gelten. KLI bat die Studienteilnehmer, nach bestimmten Informationen über Chevrolet Volt und Toyota Prius auf den Webseiten dieser Hersteller zu suchen.

KLI bewertete das aktuelle Messaging, Layout, die Suchfunktionen und weitere Merkmale der Toyota und Chevrolet Webseiten in einem 30-minutigen Interview mit Eye-Tracking. Anschließend kamen die Forscher zu den folgenden Ergebnissen:

  • Nur einer von fünf Teilnehmern hat die „Fahrzeuge vergleichen“ Funktion entdeckt und benutzt. Alle anderen durchsuchten den Text statt die auf der Webseite versteckte Side-by-Side Vergleichstabelle zu nutzen.
  • Das Mega Drop Down von Toyota ist bei der Bereitstellung der Informationen über die Fahrzeuge sehr wirksam.
  • Die Webseite von Chevrolet erfordert zu viele aktiven Schritte, um Antworten auf die häufig gestellten Fragen zu finden, was zu einem niedrigen Zufriedenheitsniveau führt.

Klicken Sie hier, um die gesamte Studie zu lesen (englisch).

So richten Sie eine Eye-Tracking Studie mit Morae ein

Während die von Eye-Tracking stammenden Informationen sehr detailliert sein können, erfordert das Einrichten einer Studie mit myGaze und Morae kein Ingenieurwissen. Das Setup last sich in fünf einfachen Schritten erledigen:

1) Befestigen Sie den myGaze Eye-Tracker auf Ihrem Laptop oder Computerbildschirm. Nachdem Sie das Gerät anschließen, werden Sie automatisch aufgefordert, den Setup Anweisungen zu folgen.

2) Vor dem Start der Datenaufzeichnung müssen Sie eine Kalibrierung des myGaze für die Testperson durchführen, die nur wenige Sekunden dauert. Dieser Prozess kann direkt im Morae Recorder Interface verwaltet werden. Der Nutzer soll lediglich seinen Blick auf einige Punkte auf dem Bildschirm fixieren.

3) Sobald myGaze kalibriert ist, drücken Sie die Aufnahmetaste und führen die Morae Studie wie gewohnt durch. Allerdings werden Sie feststellen, dass Sie nun zusätzlich das Blickverhalten des Nutzers im Morae Observer live analysieren können.

4) Speichern Sie Ihre Studie. Alle Eye-Tracking Daten werden automatisch in das Morae Datenset aufgenommen. Nun können Sie Ihre Daten in Morae Manager importieren und analysieren.

5) Exportieren Sie die Daten in ASCII und erweitern Sie Ihre Analyse durch die Informationen über den Blickpfad des Nutzers, Fixationen der Augen und vieles mehr. Sie können die Daten außerdem sehr einfach in die Statistikprogramme Ihrer Wahl (z.B. MATLAB, SPSS, Excel) importieren, um statistischen Analysen, Tabellen und Grafiken zu erstellen.

6) Schließlich können Sie das Blickverhalten der Nutzer für Ihre Stakeholder visualisieren, indem Sie die die aufgenommenen Blickpfade direkt in Ihre Präsentation oder Ihren Screencast exportieren.

Mehr über myGaze

myGaze ist die erste Eye-Tracking Anwendung zu einem Preis unter 3.000 Euro, die hiermit die Kosten dieser Technologie deutlich senkt und eine breite Nutzung des Eye-Tracking in UX Studien ermöglicht. Die myGaze Eye-Tracker sind von höchster Qualität, da sie auf der Technologie von SensoMotoric Instruments (SMI), einem der weltweit führenden Hersteller von Eye-Tracking Lösungen seit über 20 Jahren, beruhen.

Über den Autor

Autor Daniel Trifonov

Daniel Trifonov ist für das Business Development und strategische Partnerschaften der Visual Interaction GmbH verantwortlich. Seine Berufserfahrung erfasst Strategie, E-Commerce und Unternehmertum in über 20 Ländern. Er verfügt über einen BA der Amsterdam Business School und einen MBA der Cambridge University.