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Wie erstelle ich ein Video: Die Vorbereitung – Teil 2

Teil 2 dieser Serie beschäftigt sich mit den Aktivitäten, die Sie vor der Videoaufnahme erledigen sollten. Teil 1 behandelt die grundsätzlichen Entscheidungen, die vor der Videoerstellung getroffen werden müssen.

Videoerstellung: Die Planung kommt zuerst.

Bevor Sie die Kamera in die Hand nehmen und Aufnahmen schießen, gibt es ein paar wichtige Aktivitäten, die Sie zuerst erledigen sollten.

Das Skript

Wir haben auch schon eine Menge Videos ohne Skript gedreht. Das führt eigentlich immer dazu, dass etwas vergessen wird, irgendwo ein Patzer passiert und ein Teil des Videos neu gemacht werden muss. Ein Skript hilft Ihnen, bessere Videos zu machen.
Das sollte für Lernexperten keine Überraschung sein. Skripts enthalten den gesprochenen Text und diese Erklärungen entscheiden maßgeblich, wie gut das Video wird. Es kostet Zeit, ein Skript zu schreiben, aber der Aufwand lohnt sich und spart Ihnen später im Prozess Zeit.

Ein prägnant und gut formuliertes Skript hilft Ihnen, Ihre Botschaft klar und effektiv zu vermitteln und bestimmt das Endergebnis.

Lassen Sie (rigoros!) alles Unnötige weg, wenn Sie Ihr Skript verfassen. Fragen Sie sich bei jedem Satz und bei jedem Wort, ob die Formulierung für das gewünschte Resultat notwendig ist. Wenn nein, löschen! Lesen Sie Ihr Skript laut vor, denn dann fallen missverständliche oder schwer aussprechbare Satzkombinationen viel eher auf.

Wenn Sie ein Meeting, eine Vorlesung oder ein Interview aufnehmen, brauchen Sie kein Skript. In diesen Situationen hilft eine gute Gliederung, Fragensammlung oder eine Checkliste, damit nichts Wichtiges vergessen wird.

Tipps zur Erstellung von Skripts

Thumbnail of script template

Beispielskript zum Herunterladen (Microsoft Word)

Beispielskript zum Herunterladen (PDF)

Storyboard

Das Skript definiert, was gesagt werden soll. Ein Storyboard bestimmt, was gezeigt werden soll. Storyboards sparen unglaublich viel Zeit, vor allem weil Sie durch das Storyboard gezwungen werden, das Video im Detail zu durchdenken. Skizzieren Sie einzelne Szenen und visuelle Elemente. Sie wissen dann, welche Aufnahmen Sie für Ihr Video machen und planen müssen.

Nahaufnahme von StoryboardPapier und Stift sind alles, was Sie brauchen. Überlegen Sie, was Sie als erstes zeigen wollen. Eine Titelfolie oder eine Animation? Wollen Sie einen Ort zeigen oder den Computerdesktop? Machen Sie eine einfache Zeichnung davon. Vielleicht ist es Ihr Interviewpartner: Wollen Sie eine Portraitaufnahme oder die Person von weiter weg zeigen? Sie können auch Notizen einfügen, wenn das einfacher für Sie ist. Beispielsweise „Großaufnahme – Matthias, er wendet sich Sarah zu“. Notieren Sie auf Skript oder Storyboard, welche Szene und welcher Text zusammengehören.

Zeitintensive professionelle Kameravideos können teuer werden. Wenn Sie vorab wissen, welche Szenen und Bilder Sie brauchen, können Sie die Kosten minimieren. Spontane Änderungen sind trotzdem noch möglich.

Es gibt noch zwei weitere wichtige Vorteile von Storyboards. Erster Vorteil: Ein Storyboard gibt den Entscheidungsträgern einen guten Einblick, wie das fertige Video aussehen soll. Das macht die Genehmigung einfacher.

Zweiter Vorteil: Sie können Ihr Video stückweise erstellen, da das Storyboard eine Art Vorlage für das fertige Video ist. Wenn Sie alle Aufnahmen haben, wird die Zusammenstellung viel schneller gehen.

Laden Sie hier eine 3×3 oder eine 3×2 Druckvorlage für ein Storyboard herunter.
Thumbnail of downloadable storyboard   3 by 2 downloadable storyboard template

Kritik und Feedback

Feedback und Kritik helfen bei der Videoerstellung. Zeigen Sie Ihr Skript und Ihr Storyboard ein bis drei Leuten. Fragen Sie, ob die Botschaft klar herausgearbeitet ist. Werden die Zuschauer die gewünschte Aktion durchführen? Fehlen Informationen oder könnte etwas missverstanden werden?Kommt Ihr Humor gut an oder fehlen die Pointen?

Skript und Drehbuch probelesenVerlangen Sie absolute Ehrlichkeit. Das ist der einzige Weg, echtes Feedback zu bekommen, das Ihr Video im Endeffekt nur besser macht. Eine Leserunde funktioniert gut: Lassen Sie ein paar Leute Notizen machen, während Sie das Skript laut vorlesen. Die Kritiker können dann Ihr Feedback Punkt für Punkt geben. Versuchen Sie nicht, Ihr Konzept zu verteidigen, sondern hören Sie zu und schreiben Sie die Verbesserungsvorschläge auf.

Falls Sie Kollegen haben, die schon mehr Erfahrung mit der Videoproduktion haben, dann hören Sie auf deren Tipps. Sie können bestimmte Fehler oder Fallstricke von vornherein vermeiden. Wir machen das bei TechSmith auch so. Erfahrene Kollegen können auf die Sekunde genau sagen, wo das Timing nicht ganz stimmt. Im Endeffekt kommt immer ein besseres Ergebnis heraus, wenn Sie für Kritik offen sind.

Materialsammlung und Ausrüstung

Nach der Anfertigung von Skript und Storyboard sollten Sie eine Liste von notwendigen Informationen und Gegenständen machen, die Sie vor dem Drehtag haben müssen. Das spart Zeit und Nerven und reduziert den Stress für alle Beteiligten.

Brand Guidelines und FirmenfarbenBranding-Farben: Denken Sie daran, welche Branding-Richtlinien Ihr Unternehmen hat. Haben Sie RGB, CMYK oder Hex-Werte zur Hand. Die richtigen Farben gleich am Anfang zu haben, erspart Ihnen nachträgliche Korrekturen.

Logos & Bilder: Legen Sie einen Ordner an, in dem Sie alle Grafiken für dieses Videoprojekt speichern. Dann brauchen Sie später nicht lange suchen. Sie sehen so auch sofort, wie die Bilder zusammenpassen oder ob Sie noch Anpassungen machen müssen. Bauchbinden, Titelanimationen, Markenlogos, Screenshots usw. sollten alle an einem Ort gespeichert sein.

Mehr zu Bildgröße und Bildformaten

Videoausrüstung Vorbereitung VideoerstellungAusrüstung: Warten Sie nicht bis zu kurz vor dem Drehtag, um die Ausrüstung zusammen zu stellen. Geben Sie sich mindestens ein paar Tage Zeit zum Ausprobieren und Prüfen. Vergessen Sie nicht Ersatzbatterien, extra Kabel, Stative, Requisiten oder andere Ausrüstung, die Sie dabei haben wollen oder vielleicht brauchen könnten. Funktioniert auch alles? Die Prüfung der Ausrüstung erspart Ihnen Pannen während der Drehzeit.

Wollen Sie Sprecher aufnehmen? Testen Sie Mikrofon, Aufbau und Ausrichtung und die Einstellungen, bevor es richtig losgeht.

Drehort: Denken Sie an Drehgenehmigungen, prüfen Sie vorab die Lichtverhältnisse und Hintergrundgeräusche. Probleme, die man kennt, lassen sich besser lösen.

Nehmen Sie Ihr Storyboard mit zur Ortsbesichtigung. Machen Sie Anpassungen, wenn das notwendig ist.

Wir hatten einmal ein Videoprojekt, bei dem auf dem Unigelände in der Nähe eines wunderschönen Flusstales gedreht werden sollte. Wir wollten um 6 Uhr morgens aufnehmen, aber eines hatten wir nicht bedacht – die Moskitoschwärme! Es ist nicht so einfach, einen Film zu drehen und gleichzeitig nach Mücken zu schlagen. Hätten wir den Drehort vorher besucht, hätten wir uns mit entsprechender Kleidung und Mückenspray schützen können.

Talente: Welche Personen sollen vor die Kamera? Sind das Fachexperten? Sollen auch die Kollegen mit ins Bild? Bringen Sie professionelle Schauspieler oder Amateurschauspieler mit?

Egal wer kommt, Sie müssen die Beteiligten vorbereiten. Erklären Sie das grundlegende Konzept, zeigen Sie das Skript. Jeder muss seine Rolle genau kennen und wissen, ob etwas auswendig gelernt werden muss oder der Text zu sehen ist. Auch Kleidung, Aufmachung und Make-Up müssen zum Projekt passen.

Mikrofon-Vertonung-Nahaufnahme-VideoerstellungNach all diesen Vorbereitungen und Erklärungen kann es auch sein, dass die Leute vor der Kamera auch eine Genehmigung unterzeichnen müssen, damit die Bilder auch veröffentlicht werden dürfen. Manche Firmen haben das schon in den Unternehmensrichtlinien integriert, dass Bilder und Videos, die Mitarbeiter zeigen, öffentlich verwendet werden dürfen. Das ist aber nicht immer so.

Stimmtalente: Geben Sie genaue Anweisungen, was die Sprechgeschwindigkeit, den Tonfall, den Sprachstil und die Aussprache bestimmter Begriffe angeht. Achten Sie darauf, dass keine Störgeräusche im Hintergrund sind und wählen Sie den bestmöglichen Aufnahmeort.

Fazit

Bei der Videoerstellung muss an Vieles gedacht werden. Lassen Sie sich nicht abschrecken! Machen Sie Ihr erstes Video und fangen Sie einfach an. Sie müssen nicht sofort alle Punkte in diesem Artikel beherzigen. Lernen Sie Schritt für Schritt, wenden Sie ein oder zwei dieser Ideen bei jedem neuen Versuch an. So werden Sie allmählich immer besser und integrieren nach und nach wichtige Workflows. Es braucht Zeit, harte Arbeit und Übung, aber es ist auch für Anfänger möglich ein tolles Video hinzubekommen.

Wir haben Teil 1 und Teil 2 in eine Checkliste umgewandelt, die Sie hier herunterladen können.