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8 Tipps für modernes Lernen: Wiederverwendung vorhandener Online-Trainingsinhalte

Vorhandene Online-Trainingsinhalte können Sie wiederverwenden und leicht in neue Schulungs- und Trainingsbausteine für Ihre Mitarbeiter umwandeln. Mit ein wenig Fantasie und und Ihren vorhandenen Lern- und Entwicklungsmaterialien können Sie die folgenden acht Tipps umsetzen, um die alten Online-Inhalte auf geniale Weise neu zu nutzen.

1. Webinare werden zu Mikro-Lerneinheiten.

Machen Sie aus einem ausführlichen Webinar eine Kollektion von Mikro-Lerneinheiten. Nutzen Sie einen Videoeditor um aus einer langen Aufnahme kleinere Trainingsaktivitäten oder Mini-Präsentationen zu erstellen. Achten Sie darauf, dass jeder Baustein sich auf ein bestimmtes Thema konzentriert. Die ersten fünf Minuten eines Webinars könnten beispielsweise Ihrem Verkaufsteam zeigen, wie man sich vorstellt und die richtigen Fragen stellt, um Interesse zu wecken. Schauen Sie sich das ganze Webinar noch einmal an und notieren Sie sich die Zeitmarken für jedes neue Thema. Schreiben Sie auf, welche Abschnitte mit den aktuellen Lernzielen und erwünschten Lernergebnissen zusammenpassen.

2. Kunden überzeugen mit emotional ansprechenden Geschichten.

Kundenzitate und Kunden-Testimonials, die in einer alten Trainingsressource enthalten sind, können separat verwendet werden, um dem Verkaufsteam die Bedürfnisse und Fragen der Kunden vor Augen zu führen. Individuelle Kundengeschichten sind emotional ansprechend und geben Trainingsmaterialien eine sehr persönliche Note. Sozialkompetenz ist im Verkauf besonders wichtig.

3. Handbücher werden zu Infografiken.

Betriebsanleitungen und Handbücher stecken voller Daten. Machen Sie interaktive Infografiken daraus. Eine Textanleitung mit visuell ansprechenden Grafiken für jeden Arbeitsschritt wird so sofort viel besser verständlich. Sie können detaillierte Diagramme oder Bilder nutzen, um die unterschiedlichen Prozessstufen zu illustrieren. Infografiken sind ideal für diesen Zweck. Nutzen Sie Infografiken auch für Produkttrainings und Schulungen über gesetzliche Vorschriften. Suchen Sie nach Muster-Infografiken. Das spart Zeit und Sie müssen nicht ganz von vorne anfangen.

4. Fallstudien als Basis für realistische Szenarien

Fallstudien helfen Ihren Mitarbeitern, Lerninhalte mit realen Situationen zu verknüpfen. Meistens sind Fallstudien allerdings keine besonders interessanten Trainingsmaterialien für visuelle und kinesthätische Lerntypen. Glücklicherweise können Sie Fallstudien (wie ein genialer MacGyver) dennoch als Richtlinie zur Entwicklung von Storyboard, Charakteren und Skript nutzen. Erstellen Sie dann ein realistisches Szenario auf Basis der Fallstudie. Integrieren Sie glaubhafte Dialoge, Soundeffekte und Bilder zur Untermalung. In der Medienbibliothek Ihres E-Learning Tools finden Sie wahrscheinlich schon eine Menge der Clips, die Sie brauchen.

5. Produktdatenblätter werden zu Demovideos.

Produktspezifikationen enthalten einen Überblick der Funktionen und physischen Eigenschaften, Details zum Betriebssystem, Dimensionen usw. Demovideos zeigen solche Informationen auf anschauliche Weise. Diese visuell präsentierten Fakten werden von den Mitarbeitern besser im Gedächtnis behalten, und es ist leichter, das perfekte Verkaufsgespräch zu simulieren. Sie können Schauspieler oder Trickzeichner engagieren, um zu zeigen wie ein Produkt verwendet und bedient wird. Vergessen Sie auch nicht die Tipps zur korrekten Wartung. Die konventionellen Datenblätter können Sie bei der Videoproduktion nutzen, um zielgruppengerechte Lernmaterialien zu erstellen.

6. Schulungsbausteine zu gesetzlichen Regelungen werden zu anschaulichen Simulationen.

Das menschliche Gehirn lernt am besten beim Ausführen von Aktivitäten. Online-Trainingssimulationen zeigen den Mitarbeitern praktische Situationen. Sie können ihr theoretisches Wissen situationsbezogen anwenden. Statt lange Texte zu lesen, sehen die Mitarbeiter Notfallsituationen oder typische Arbeitsplatzszenen direkt vor sich. Sie lernen, wie sie sich zu verhalten haben und wie sie mit Diskriminierungen oder Belästigungen umgehen sollten. Manche Authoring Tools für E-Learning haben Mustervorlagen, die Sie für Online-Simulationen verwenden können.

7. PowerPoint Präsentationen werden zu Tutorials, die auch auf Mobilgeräten abgespielt werden können.

Konvertieren Sie Ihre alten PowerPoint Präsentationen in Videos, die auch auf Mobilgeräten angeschaut werden können. Ein gutes E-Learning Authoring Tool und ein stabiles LMS sind Voraussetzung dafür, um Online-Trainingsinhalte schnell und unkompliziert aufrufen zu können. Es ist eine gute Idee, interaktive Elemente zu integrieren. Klickbare Trainingsaktivitäten oder Links zu weiterführenden Ressourcen sind gute Beispiele, um das Lernerlebnis und Verständnis zu verbessern.

8. Gesprochene Kommentare werden zu Podcasts.

Audiokommentare aus früheren Trainingskursen können in Podcasts umgewandelt werden, die auch unterwegs verfügbar sind. Ein Beispiel ist eine Audioaufnahme oder Fallstudie aus dem Training zu gesetzlichen Regelungen vom letzten Jahr, die wichtige Unternehmensrichtlinien erklärt. Das wäre eine ausgezeichnete Ergänzung für Ihre Online-Trainingsbibliothek. Benutzen Sie ein Tool zur Audiobearbeitung, um Hintergrundgeräusche zu entfernen. Vielleicht können Sie eine ganze Podcast-Serie erstellen, wenn Sie genug Audioaufnahmen in Ihrer Datenbank haben. Posten Sie in regelmäßigen Abständen. Die Mitarbeiter wissen dann, wann die nächste Episode zu erwarten ist.

Insider-Tipp für die Gestaltung moderner Lernmaterialien

Bewerten Sie die vorhandenen Trainingsbausteine unvoreingenommen und anhand der gesetzten Lernziele. Denken Sie an alle möglichen Verwendungsoptionen. Überlegen Sie, wie Sie Trainingsmaterialien in Einzelmodule zerlegen, bearbeiten oder ergänzen können, um Ihre aktuellen Lern- und Ausbildungsziele zu realisieren. Heutzutage bevorzugen Mitarbeiter interaktive Inhalte, wollen im Team zusammenarbeiten und suchen nach weiterführenden Themen. Das bedeutet für Sie, dass Sie textlastige Ressourcen mit visuellen und/oder interaktiven Elementen und Grafiken verbessern sollten. Fragen Sie die Mitarbeiter nach individuellen Präferenzen und Lernhintergrund, um die vorhandenen Trainingsmaterialien bestmöglich zu nutzen. Führen Sie E-Learning Bewertungen und Online-Umfragen durch und analysieren Sie die LMS Werte, um zu erfahren, wo Wissenslücken bestehen und welche Themen behandelt werden sollten.

Verwenden Sie vorhandene Online-Trainingsinhalte in neuen Lernmodulen, um Kosten zu sparen und Entwicklungszeiten zu reduzieren. Probieren Sie diese acht Tipps aus, um alte Materialien auf neue, kreative und einfallsreiche Weise wiederzubeleben. Eben so wie der berühmt-berüchtigte MacGyver der 80-er Jahre. Sie werden sicher ein paar verborgene Schätze in Ihren Archiven entdecken, die Sie ohne grossen Aufwand wieder erfolgreich zum Training einsetzen können.

Möchten Sie noch weitere Tipps zu diesem Thema? Lesen Sie den Artikel mit sieben Ideen für E-Learning Videos, um weitere Tricks zu erfahren, wie Sie Ihre E-Learning Inhalte aktuell, interessant und relevant für Ihre Zuschauerzielgruppen machen können.

Wir stellen vor:

Christopher Pappas ist der Gründer von The eLearning Industry’s Network, eines der größten Online-Netzwerke von E-Learning-Experten. Christopher hat einen MBA- und einen MEd-Abschluss (Learning Design) von BGSU.

eLearning Blogger • EduTechpreneur • eLearning Analyst • Speaker • Social Media Experte