Arten von Anleitungsvideos und Tipps zum optimalen Einsatz

Videos eignen sich bestens, um einen technischen Prozess für einen Online-Kurs zu zeigen oder der Oma zu erklären, wie E-Mail funktioniert. Wichtig ist nur, die richtige Art von Anleitungsvideo für den gewünschten Zweck zu erstellen. Wir stellen Ihnen heute fünf verschiedene Arten von Anleitungsvideos vor und geben Tipps, wo Sie diese Videos am besten einsetzen können.

Microvideos

Begriffserklärung: Microvideos sind kurze Anleitungsvideos, die sich auf ein bestimmtes Thema konzentrieren. Sie haben normalerweise eine Länge von unter einer Minute. Diese Art von Mini-Videos sind ideal für moderne Medienkonsumenten, die bekannterweise nur eine kurze Aufmerksamkeitsspanne haben.

Verwendung: Benutzen Sie Microvideos immer dann, wenn Sie ein einfaches Konzept in wenigen Schritten erklären müssen. Machen Sie ein einzelnes Microvideo, um eine neue Softwarefunktion zu erklären. Für komplexere Konzepte können Sie eine Serie von Microvideos erstellen und das Thema in logische Teilbereiche aufteilen. Auf diese Weise behandeln Sie alles, was in einem längeren Video enthalten wäre, aber für die Zuschauer sind die Mini-Videos leichter verdaulich und interessanter. Mit dieser Strategie können Sie auch die Lernergebnisse besser kontrollieren. Weitere Einsatzoptionen für Microvideos finden Sie in unserem Artikel zur Integration von Microlearning Aktivitäten in Online-Kursen.

Beispiel: Das folgende Microvideo ist kurz und kommt sofort zur Sache. Es erklärt eine einzelne Aufgabe und enthält keine überflüssigen Informationen.

 

Tutorial-Videos

Begriffserklärung: Ein Tutorial-Video eignet sich zur Erklärung eines Prozesses oder zur Demonstration einer Schrittfolge zur Erfüllung einer Aufgabe. Diese Videos sind durchschnittlich 2-10 Minuten lang und nutzen verschiedene Unterrichtsmethoden, beispielsweise direkte Anleitung, Vorführungen zum Mitmachen und sogar Quizfragen und interaktive Elemente.

Manchmal werden diese Videos auch „So geht’s“-Videos genannt. Die besten sind sorgfältig geplant und haben hohe Produktionsqualität. Wollen Sie lernen, wie Sie eigene Tutorialvideos machen können? Dieses Video erklärt, wie Sie ein Tutorial-Video erstellen können.

Verwendung: Tutorial-Videos können fast alle Themen vermitteln. Es gibt keine festen Regeln, wo diese Anleitungsvideos eingesetzt werden können. Allerdings helfen einige der folgenden Fragen und Faktoren bei der richtigen Entscheidung.

Erstens: Kann das Thema oder der zu erklärende Prozess gut mit einem Video erklärt werden?  Ist eine schriftliche Anleitung ausreichend oder wäre die visuelle Kommunikation hilfreich? Wenn Sie nicht eindeutig Video vorziehen, ist eine Textanleitung vielleicht die bessere Lösung.

Zweitens: Gibt es bestimmte Erwartungen an die Lerninhalte, die Videos zur besten Anleitungsmethode machen? Bei TechSmith ist es so, dass unsere Kunden Video-Tutorials zu den neuen Funktionen erwarten, wenn neue Versionen unserer Software herauskommen. Diese Tatsache motiviert uns, Videos zu erstellen und die Erwartungen der TechSmith Kunden spielen eine große Rolle in diesem Entscheidungsprozess.

Und zu guter Letzt: Haben Sie die Zeit, das Budget und Know-how (mit Camtasia ist das einfach), um diese Tutorials zu erstellen und immer auf dem neuesten Stand zu halten?

Beispiel: Im folgenden Video wird die Software vorgestellt und den Anwendern Schritt für Schritt vorgeführt, wie ein Video aufgenommen, bearbeitet und veröffentlicht wird.  Es ist einfach strukturiertes Video, das konkrete Anleitungen enthält, so wie das für diese Art von Videos typisch ist.

Trainingsvideos

Begriffserklärung: Trainingsvideos sind dafür konzipiert, um die Arbeitskompetenzen von Mitarbeitern zu verbessern. Sie behandeln oft zwischenmenschliche Themen wie die Einhaltung von Regeln, Schulungen bezüglich sexueller Belästigungen am Arbeitsplatz und Hardware- und Softwaretrainings. Sie sind den Tutorialvideos sehr ähnlich, weil auch die Trainingsvideos mehrere Unterrichtsmethoden kombinieren, beispielsweise direkte Anleitungen, Illustrationen zum Mitmachen, Quizfragen und interaktive Videoelemente. Trainingsvideos integrieren aber zusätzlich noch Aufnahmen vom Arbeitsplatz, Interviews und anderes Live-Filmmaterial. Diese realistischen Clips fördern das allgemeine Verständnis und die persönliche Beziehung zwischen Lernenden und Trainer. Finden Sie Trainingsvideos interessant und wollen Sie eigene Trainingsvideos erstellen? Dieses Tutorial mit Tipps zur Erstellung von Schulungsvideos wird Ihnen dabei helfen.

Verwendung: Trainingsvideos können jede Art von Prozess erklären. Sie werden oft in Situationen benutzt, in denen Live-Video sinnvoll ist. Die persönliche Komponente hilft den Zuschauern, die Inhalte besser in Erinnerung zu behalten.

Beispiel: Unten finden Sie ein Trainingsvideo von Air New Zealand, das Sicherheitsregeln an Bord der Fluglinie illustriert. Um die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu ergreifen und die Inhalte interessanter zu gestalten, wird eine nostalgische Verbindung zu der Filmtrilogie „Herr der Ringe“ hergestellt.

Screencast

Begriffserklärung: Ein Video, das hauptsächlich aus Bildschirmvideos zusammengesetzt ist, um anderen zu erklären, wie eine bestimmte Aufgabe ausgeführt wird oder um Wissen zu vermitteln. Screencasts sind meistens kurze, informelle Videoclips, die oft für eine kleinere Zuschauergruppe als Tutorialvideos gedacht sind. Dieses Format ist ideal für ad-hoc Anleitungen. Dieses Format ist ideal, wenn schnell eine Frage beantwortet werden soll oder ein schwieriges Konzept besser illustriert werden muss. Screencasts werden oft als „Einwegartikel“ bezeichnet, d. h. sie werden auf die Schnelle erstellt, mit niedrigerer Produktionsqualität, für einen bestimmten Zweck und sind nur für begrenzte Zeit nutzbar.

Verwendung: Screencasts sind eine gute Option für kurze, informelle Anleitungen mit geringem Aufwand für kleinere Zuschauergruppen. Screencasts sind sehr gut geeignet, um eine Idee visuell zu kommunizieren oder eine konkrete Frage zu beantworten oder ein klar formuliertes Problem zu lösen.

Beispiel: Der folgende Screencast zeigt, wie der Programmhintergrund in Snagit von hell auf dunkel geändert wird. Das Video ist kurz, spontan und kommt direkt zur Sache.

Aufnahme von Präsentationen & Vorlesungen

Begriffserklärung: Aufnahmen einer Vorlesung oder Präsentation können auch Zuschauern zugänglich gemacht werden, die an der Veranstaltung nicht teilnehmen konnten. Einfache Audioaufnahmen des Sprechers oder komplette Aufnahmen der PowerPoint-Folien, einer Webkamera und des separaten Mikrofonaudios sind möglich. Aufnahmen von Vorlesungen und Präsentationen sind in der Regel länger als Schulungs- oder Trainingsvideos. Zuschauer müssen sehr viel mehr Zeit investieren, um alle Informationen zu bekommen. Was bei der Aufnahme von Vorlesungen zu beachten ist und wie die Integration mit  LMS-Systemen funktioniert, wird in diesem englischsprachigen Artikel The Complete Guide to Lecture Capture erklärt.

Verwendung: Das Ziel solcher Aufnahmen ist, die Präsentation oder Vorlesung Zielgruppen zugänglich zu machen, die die Live-Veranstaltung nicht besuchen können.

Beispiel: Dieser TED-Talk von Sir Ken Robinson ist ein ausgezeichnetes Beispiel, wie Wissen an weit größere Zuschauergruppen weitergegeben werden kann, als die Teilnehmergruppe, die bei der Präsentation live dabei sein konnte.

Fazit

Sie kennen jetzt fünf Arten von Anleitungsvideos und können selbst mit der Videoerstellung loslegen! Falls Sie noch etwas unsicher sind, wo Sie anfangen sollten, dann nutzen Sie die neue TechSmith Academy. Dieses kostenlose Trainingsprogramm bietet einen Überblick des gesamten Videoproduktonsprozesses und verrät viele professionelle Tipps und Tricks – wenn auch auf Englisch. Viel Spaß beim Ausprobieren!