Hochwertige Online-Kurse durch gezielte Schulung der Fakultätsmitarbeiter

Online-Studienangebote liegen im Trend und werden immer beliebter. Vor diesem Hintergrund wird es immer wichtiger, dass Fakultätsmitarbeiter neue Kommunikationstechnologien nutzen und hochwertige Online-Kurse, die auch individuelle Videos einschließen, erstellen können. Wer neue Technologien in den Unterricht implementiert, kann sich mit den Studenten online austauschen.  Fakultätsmitarbeiter mit Computererfahrung können ihre Online-Kurse auf verschiedene Weise noch interessanter machen.

Die Schulung der Fakultätsmitarbeiter, die hochwertige Online-Kurse erstellen sollen, kann allerdings schwierig sein. Technologische Hemmschwellen, verkrustete Arbeitsstrukturen, eingefahrene Rollenmuster und veraltete Denkweisen stehen im Weg. Wir haben hier verschiedene Strategien und Techniken zusammengestellt, die allen Fakultätsmitarbeitern helfen sollten, hochwertige Online-Kurse zu erstellen.

Weiterbildung der Ausbilder: Training in neuer Videosoftware

Volle Terminkalender und Forschungsverpflichtungen machen es schwer für die Professoren und Assistenten, den Umgang mit schon wieder einer neuen Software zu lernen. Es ist sehr hilfreich, verschiedene Weiterbildungsoptionen anzubieten, die unterschiedlichen persönlichen Präferenzen und Lernstilen gerecht werden. Jeder der Ausbilder kann so selbst entscheiden, auf welche Weise er oder sie am schnellsten mit der Software vertraut wird, die zur Erstellung hochwertiger Online-Kurse unerläßlich ist.

Bieten Sie Anleitungen in Textform und als Video (plus FAQs).
Erstellen Sie klar formulierte schriftliche Anleitungen mit hochwertigen Screenshots. Produzieren Sie aber auch einige Videotutorials (Screencasts). Beide Anleitungen, Text und Video, sollten Schritt für Schritt zeigen, wo geklickt werden muss und welche Aktion im Anschluß ausgeführt wird.

Visuelle Elemente sind wichtige Faktoren. Nach einer neuen Studie von Verhaltensökonom Dr. Alastair Goode führen zwei Drittel (67%) der Mitarbeiter ihre Aufgaben besser aus, wenn die Anleitungen Text und Bilder (Screenshots) oder Video enthalten statt reinen Text. Stellen Sie Anleitungen an einem intuitiv sinnvollen Ort zur Verfügung – vorzugsweise in Ihrem LMS oder einem anderen Hosting-Ort, der mit den von den Mitarbeitern erstellten eigenen Online-Kursen logisch verknüpft ist.

Profi-Tipp: Zeigen Sie sich selbst im Bild.
Zeigen Sie Ihr Gesicht von der Webkamera, wenn Sie Schulungsvideos erstellen. Forschungsergebnisse des MIT und der Universität Rochester belegen, dass Videozuschauer besser aufpassen, wenn ein „sprechender Kopf“ zu sehen ist. Fügen Sie Clips von der Webkamera als Bild-im-Bild ein oder wechseln Sie während der Vorführung der einzelnen Arbeitsschritte zwischen Webkamera und Bildschirm hin und her.

Videos sind ein ideales Trainingsmedium für externe Professoren.

„Viele unserer externen Mitarbeiter wohnen nicht in Odessa, sondern irgendwo anders in den USA“, erklärt Jennifer Lee, Technologiespezialistin für Web Design und Unterrichtstechnologie am Odessa College. „Unsere externen Mitarbeiter sind leichter mit Videos zu erreichen – wir nehmen Workshops auf und stellen sie auf BlackBoard (LMS) zur Verfügung.“ Ein Inhaltsverzeichnis hilft bei der Navigation durch die verschiedenen Themen.

Erklären Sie komplette Workflows, nicht nur einzelne Tools

Oft wird der Fehler gemacht, den Fakultätsmitarbeitern jedes einzelne digitale Tool separat vorzustellen. Besser ist es, den gesamten Workflow zu zeigen. Behandeln Sie wichtige Fragen in Ihrem Video: Welches Dateiformat soll nach der Aufnahme des Videos zur Speicherung gewählt werden, damit das Video in das eigene LMS (Learning Management System) hochgeladen werden kann. Wie kann man zurückgehen und nach der Speicherung noch Änderungen machen? Achten Sie darauf, detaillierte Anleitungen zu geben, um jeden Schritt ausreichend zu erklären.

Profi-Tipp: Nutzen Sie vorhandene Materialien (aber planen Sie, auch Videos zu integrieren).
Wir sollten erwähnen, dass die gewählte Videoplattform leicht zu nutzen sein sollte. Wenn Videos mit einem System erstellt und verteilt werden können, das den Fakultätsmitarbeitern schon vertraut ist (LMS usw.), dann können Sie eine weit höhere Akzeptanz unter den Mitarbeitern erwarten.

Bei der Universität von Colorado (CU) in Denver waren die Administratoren nicht an Bord bis die Videoplattform mit dem LMS der Universität funktionierte.„Erst als wir die LTI-Integration in alle unsere Canvas-Kurse installiert hatten, wurde die Videoplattform von den Fakultätsmitgliedern richtig angenommen“, erklärt Alex Karklins, leitender Berater für die akademischen Online-Angebote der CU. Die Universität von Boise State machte ähnliche Erfahrungen. Die Uni-Mitarbeiter akzeptierten das neue Programm erst, nachdem ein leichter zu bedienendes System zur Aufzeichnung von Vorlesungen eingeführt wurde.

Schulen Sie die Mitarbeiter in ausgewählten Gruppen

Laden Sie nicht alle Fakultätsmitglieder auf einmal ein, sondern machen Sie Schulungen für einzelne Abteilungen, Arbeitsgruppen oder Teams. Die Lernenden fühlen sich wohler im Kurs, wenn sie die anderen Teilnehmer kennen (statt in einer Riesengruppe mit vielen Kollegen aus anderen Abteilungen zu sein).

„Wir haben festgestellt, dass selbst solche User, die technologische Hemmschwellen hatten, die neue Technologie eher ausprobieren, wenn vertraute Kollegen mitlernen“, erklärt Frau Lee. Auf diese Weise können die Anleitungen auch auf abteilungspezifische Softwareprogramme und Arbeitsprozesse eingehen (beispielsweise im Fachbereich Krankenpflege, wo Smartphones benutzt werden, um praktische Vorführungen aufzunehmen).

Profi-Tipp: Wo wird das Host-Training stattfinden?
Host-Training sollte an einem Ort stattfinden, wo die Arbeitsumgebung möglichst realistisch nachgestellt wird (internes Netzwerk, alle Tools, abteilungsspezifische Systeme). Computer-Labs sind ideal. Sie können auch spezielle Aufnahmebereiche einrichten oder die Teilnehmer bitten, ihre eigenen Laptops mitzubringen.

Planen Sie Online-Kurse
Externe Mitarbeiter brauchen mehr als abrufbare Anleitungen. Nehmen Sie einen praxisorientierten Workshop auf und stellen Sie die Aufnahme zusätzlich zu schriftlichen Anleitungen und Schulungsvideos zur Verfügung, sozusagen als ein komplettes Trainingspaket. Wenn die Mitarbeiter Hilfe brauchen, machen Sie ad hoc Screencasts, um die Fragen zu beantworten und stellen Sie auch diese Videos allen externen Teilnehmern zur Verfügung.

Individuelle, fallspezifische Schulungen

Einige Mitarbeiter brauchen individuelle Hilfe. Planen Sie diese persönlichen Gespräche im Voraus ein – rechnen Sie die dafür benötigte Zeit und Ressourcen ins Budget mit ein.

Odessa College bietet diese Einzelschulungen als letzte Stufe des Onboarding an. „Diese Sessions sind normalerweise sehr kurz und auf ein konkretes Thema bezogen, aber unserer Mitarbeiter finden sie sehr hilfreich“, sagt Jennifer. „Sobald wir demonstriert haben, wie einfach die Erstellung von Videos ist,  haben die Kollegen viel mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten (und sie können es kaum erwarten, mit den Aufnahmen zu beginnen). Die Mitarbeiter probieren mehr und mehr selbst aus und brauchen immer weniger Rat von uns.“

Einige Dozenten werden grundsätzliche Vorbehalte gegenüber der neuen Technologie haben und sind schwer zu überzeugen. Zeigen Sie konkrete Beispiele vor, welche Vorteile die Online-Kurse einem Fachbereich bringen werden und welche positiven Effekte sie für die Dozenten haben werden, sowohl beruflich als auch privat. Erinnern Sie diese Mitarbeiter daran, dass die Technologie den Dozenten in den Mittelpunkt des Kurses rückt (nicht umgekehrt). Auch die besten Entwicklungen gehen manchmal langsam voran. Leif Nelson, Direktor für Lern-Technologie bei der Boise State Universität, erläutert, warum nicht alles immer auf einmal passiert. „Um Menschen mit den Möglichkeiten einer neuen Technologie vertraut zu machen, ist ein schrittweises Vorgehen notwendig.“

Profi-Tipp: Gewinnen Sie die Rockstars zum Mitmachen

Fakultätsmitarbeiter, die schon lange hochwertige Online-Kurse erstellt haben, können Ihr neues Softwaresystem überzeugend vorstellen. Gewinnen Sie diese „Rockstars“ dafür, den anderen Fakultätsmitgliedern bei der Videoerstellung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

 

Schulungen für Fakultätsmitglieder zum Aufbau einer hochwertigen Online-Präsenz

Die Mitarbeiter sind nun mit den technologischen Details vertraut. Jetzt müssen Sie aber auch noch den nächsten Schritt machen und lernen, welche Elemente in einem hochwertigen Online-Kurs enthalten sein sollten.

Mit der richtigen Strategie können die Dozenten online mit ihren Studenten interagieren, auf deren Fragen gezielt eingehen und persönliches Feedback geben; das alles, während auch Teilnahmequoten und Lernerfolg erfasst und gemessen werden. Hier einige praxiserprobte Komponenten, die Sie Ihren Fakultätsmitarbeitern vorstellen sollten, wenn diese anfangen, ihre ersten eigenen Online-Kurse zu erstellen.

Intro-Video
Dieses kurze Einführungsvideo sollte zuerst für jeden Online-Kurs erstellt werden. Die Dozenten können sich darin persönlich vorstellen und die Kursziele erklären. Das Intro-Video kann auch genutzt werden, um den Studenten mitzuteilen, was diesen Kurs (und den Professor) besonders auszeichnet. So lernen die Studenten den Dozenten vor Kursbeginn ein wenig besser kennen.

Tracy Schaelen, Koordinatorin für Teilnehmer an Fernstudien-Kursen beim Southwestern College sendet Ihr Willkommensvideo an alle Online-Studenten.

Video zur Kursstruktur
Diese Art von Video beantwortet typische Studentenfragen wie „Wo finde ich den Unterrichtsplan?“, „Wie lade ich eine Hausarbeit in das LMS hoch?“ oder „Wo wird der Laborplan veröffentlicht?“ Die Dozenten werden schnell merken, dass sie so weit weniger Fragen zum Kursplan, zu Kontaktinformationen und Sprechzeiten persönlich beanworten müssen.

Eine der Dozentinnen für Krankenpflege am Odessa College erstellte ein kurzes Smartphone-Video, das den Weg zu ihrem Büro erklärte. „Das war etwas anders als gewöhnlich, aber die Studenten fanden es toll“, sagt Shawn Shreves, VP der Informationstechnologie am Odessa College. „Das gab der Anleitung eine ganz persönliche Note.“

Neue Woche, neues Thema oder Video
Die Fakultätsmitglieder geben den Studenten einen Ausblick auf die kommende Woche, sodass die Studenten im Voraus wissen, was sie erwartet und sich gut informiert fühlen. Das schafft die richtige Atmosphäre für den Online-Kurs und stellt von Anfang an eine persönliche Bindung her.

Ryan Eash beschreibt die zweite Woche seines EDU 651 Online-Kurses für die Teilnehmer.

Profi-Tipp: Wenn die eigene Stimme fremd klingt…
Bei der Schulung von Fakultätsmitarbeitern werden Sie oft den Einwand hören, dass die aufgenommene eigene Stimme den Dozenten nicht gefällt.

Als Stephanie Entringer ihre Tonaufnahmen bei der Southeast Technical University begann, hatte sie ähnliche Bedenken: „Als ich noch neu war, fand ich Video beängstigend. Keiner hört sich selbst gerne sprechen.“ Sie merkte aber sehr schnell, dass die Stimme hilft, eine persönliche Beziehung zu den Online-Studenten aufzubauen. Alle von ihr empfundenen Mängel spielten gar keine Rolle. „Wir sind alle menschlich. Nichts muss perfekt sein.“ Nicht nur die Stimme wird akzeptiert, sondern auch die Persönlichkeit eines Dozenten kommt in den Videos zum Ausdruck, und das ist wichtig bei der Erstellung hochwertiger Online-Kursinhalte.

Schrittweise Vorführung von Dokumenten
Empfehlen Sie den Dozenten, eigene, persönliche Erklärvideos zu erstellen, die nach den Kursunterlagen vorgehen (Hausarbeiten usw.). Das sind informelle, spontane Clips, die häufig gemacht werden und sympathisch wirken.

„Den Studenten machen kleine Fehler, die ich mache, nichts aus. Meine Haare müssen nicht perfekt aussehen, ich kann auch mal niesen“, sagt Tracy Schaelen, die Koordinatorin für Fernstudien am Southwestern College. „Die wollen mich sehen, so wie ich bin, nicht als professionelle Vertreterin der Universität.“ Die Dozenten sollten den Studenten zum Beispiel die folgenden Inhalte erklären:

  • Unterrichtsplan
  • Kurstermine
  • Laborarbeiten
  • Projekte und Hausarbeiten
  • Abgabetermine, Zeitpläne und Kursziele

Feedback-Videos für Projekte und Hausarbeiten
Statt lange Bewertungen zu schreiben, sollten die Fakultätsmitglieder ihr Feedback in einem kurzen Video aufnehmen. Die annotierte Arbeit kann Schritt für Schritt besprochen oder ein Bericht oder eine praktische Aufgabe kommentiert werden. Der Dozent könnte auch eine schwierige Berechnung abschnittsweise analysieren. Die Studenten reagieren sehr positiv auf solch persönliches Feedback, das ein Bestandteil jedes hochwertigen Online-Kurses sein sollte.

Videos, die von den Studenten erstellt werden
Studenten können eigene Video-Essays oder Literaturkommentare erstellen, ein Laborprojekt dokumentieren, ein komplexes Theorem erklären. Diese moderne Medienform fördert die Kreativität der Studenten und deren digitale Kenntnisse. Die Dozenten können die Studenten auch bitten, eigene Willkommens- und Vorstellungsvideos zu erstellen oder Diskussionsbeiträge in Foren als Video zu liefern. Bessere Interaktionen und Kommunikation unter den Studenten ist ebenfalls ein Merkmal eines hochwertigen Online-Kurses.

Kurze Antwortzeiten
Es ist sehr, sehr wichtig, dass Fakultätsmitglieder schnell auf die Fragen der Studenten reagieren. Eine Studie von Huss und Eastep zeigt, dass Studenten E-Mail Antworten innerhalb von 12-24 Stunden erwarten.

Zusätzlich zu kurzen Antwortzeiten auf E-Mails sollten Dozenten proaktiv mit den Studenten mindestens einmal pro Woche oder öfter kommunizieren, Hausarbeiten so schnell wie möglich bewerten und Quizergebnisse sofort weitergeben.

Tipps zur Erstellung von interessanten Kursvideos

Persönliche Kursvideos sind der Kernbestandteil eines erfolgreichen Online-Kurses. Die einfache Angabe von PowerPoints, Buchkapiteln oder anderen Leselisten ist nicht ausreichend. Videos sind unentbehrlich, um die digitale Distanz zwischen Dozent und Studenten zu überbrücken.

Versuchen Sie kurze, prägnante Videos zu erstellen.
Statt die Vorlesungen in der gesamten Länge aufzunehmen, sollten die Dozenten versuchen, kurze Videolektionen (10 Minuten oder kürzer) aufzunehmen. Die Studie des Studie des MIT in Zusammenarbeit mit der Úniversität von Rochester belegt, dass diese Mini-Lektionen für die Studenten einfacher verständlich sind. Außerdem ist es für die Studenten leichter sich auf das Thema zu konzentrieren und bestimmte Themen für eine Prüfung zu wiederholen.

Dozenten können den eigenen Bildschirm aufnehmen, aber auch Präsentationsfolien, Dokumente, Webseiten oder andere Dateien. Auch handgeschriebene Gleichungen für Mathematik, Physik oder andere Wissenschaften können auf einem Tablet wie auf eine Tafel auf den Bildschirm geschrieben werden.

Videos sollten visuelle Medien sein, das ist ihr großer Vorteil!
Die Forschungsergebnisse von Richard E. Mayer, einem Psychologieprofessor an der Universität in Santa Barbara bestätigen die alte Weisheit über den Wert von Bildern – Menschen lernen leichter von bebilderten Texten als allein von Worten, besonders weil Bilder uns bei der Verarbeitung von Informationen helfen.

Ein solches Diagramm wird leichter verstanden, wenn die Funktionen kommentiert werden und nicht nur Text zur Erklärung geliefert wird.

Empfehlen Sie den Fakultätsmitarbeitern:

  • Farbige visuelle Elemente zu benutzen, die den Studenten helfen, bestimmte Konzepte zu verstehen (nicht nur reinen Text oder einfache Icons);
  • Bilder, Grafiken und Diagramme einzubinden;
  • das eigene Gesicht von der Webkamern zu zeigen (Bild-in-Bild oder Wechsel von Kamera zu Bildschirm);
  • Präsentationsfolien mit nur wenigen Worten zu gestalten.

Verglichen mit einer Vorlesung im Hörsaal können die Dozenten im Video besser die Qualität der Online-Kurse kontrollieren. Sie können farbige visuelle Elemente nutzen, um bestimmte Kernpunkte zu erklären, was im Hörsaal oft schwierig ist. Musik, Hintergrundgrafiken, Animationen, Green-Screen und viele andere Präsentationselemente machen die Themen leichter verständlich und erleichtern das Lernen.

Profi-Tipp: Suchen Sie sich relevante Inhalte im Internet.
Videos von YouTube und anderen Quellen aus dem Internet können die Kursinhalte sinnvoll ergänzen, solange diese zur Nutzung freigegeben sind (Schlagwort Open Educational Resources) . Dozenten können eigene Intro-Clips entwerfen (als Einführung zu Internet-Clips) und einen abschließenden Videoclip erstellen, der die Lerninhalte kurz zusammenfasst. Die Kerninhalte der Lektionen werden so perfekt ergänzt.

Laborübungen und praxisrelevante Situationen in Krankenpflege, Chemie, Kochkunst usw. können mit einem Smartphone oder einem anderen Mobilgerät aufgenommen werden.

Beim Mott Community College werden Videos eingesetzt, um praxisrelevante Situationen in einem realistischen Umfeld zu zeigen. Professor Heidi Clippard demonstriert eine typische Visite.

Spielraum für Diskussionen
In ein erfolgreiches Kursangebot sollten auch Optionen für Diskussionen integriert werden. Lassen Sie die Studenten untereinander Kursthemen diskutieren. Foren, Diskussions-Plattformen und thematisch geordnete E-Mail- Diskussionen sind hilfreiche Elemente eines hochwertigen Online-Kurses. Hier einige Tipps, um die Diskussionen zu inspirieren

  • Formulieren Sie offene Fragen (vermeiden Sie Ja/Nein Fragen).
  • Bitten Sie die Studenten um regelmäßige Teilnahme an Diskussionen oder bestimmen Sie, wie oft sich die Studenten mindestens beteiligen sollten.
  • Lassen Sie die Studenten Diskussionen leiten.
  • Lassen Sie die Studenten Antworten auf Fragen als Video aufnehmen und für die Kursteilnehmer zur Verfügung stellen.
  • Nutzen Sie Chat und Nachrichten-Apps und live Video-Kameras für Gruppendiskussionen und Videokommentare.

Carl Weckerle, Direktor für Online-Lernen am Macomb Community College, konzentriert sich auf die Faktoren Erinnerungsvermögen und Lernerfolg in Online-Kursen. „Alles, was die soziale Präsenz fördert, besonders für Online-Studenten, ist von Vorteil. Wir erleben diesen Bereich als Wachstumsbereich und das ist wichtig für Online-Präsenz im Allgemeinen, aber auch für Community Colleges.”

Unabhängig von der gewählten Methode, sollten Fakultätsmitarbeiter unbedingt an Kursdiskussionen teilnehmen, oft nachschauen, ob neue Kommentare eingegangen sind, sie sollten gute Fragen stellen und die Konversation immer wieder in Gang bringen.

Bewertung von Online-Kursen: Was die Dozenten wissen sollten.

Eine wichtige Komponente hochwertiger Online-Kurse ist die Messung des Lernerfolgs. Lernen die Studenten etwas? Nehmen die Studenten regelmäßig teil?

Teilnahme
Die Anzahl der Zuschauer ist eine wichtige Kennzahl, um die Teilnahmequote und Mitarbeit zu messen. Zeigen Sie den Fakultätsmitarbeitern, wie einzelne Studenten hinsichtlich der folgenden Faktoren bewertet werden können:

  • Wer hat alle Videos angeschaut?
  • Wie lange wurde ein Video angeschaut?
  • Wann wurde ein Video angeschaut?

Beim Odessa College haben die Dozenten die Zuschauerdaten analysiert, um die Online-Teilnehmerzahlen zu messen und Risiko-Studenten zu identifizieren.  „Wir müssen wissen, wenn die Studenten Probleme mit dem Lernstoff haben, wenn sie ein Video nicht anschauen oder an einem Quiz in BlackBoard scheitern”, sagt Shawn. „Alle diese Daten geben uns mehr Informationen, sodass wir viel schneller reagieren können.”

Verständnis
Nach Forschungsergebnissen von Harvard, die im Fachartikel der PNAS veröffentlicht wurden) machen Quizfragen Videos interessanter für die Studenten, verbessern die Konzentration um 50%, verdreifacht die Notizen der Studenten und verbessert den Lernerfolg um 30%.

Bitten Sie die Dozenten, Quizfragen direkt in ihre Videolektionen zu integrieren, den Lernerfolg oft zu kontrollieren und nicht erst am Ende eines Kurses. Die Punktzahlen können direkt in das LMS-Notenbuch des Dozenten übertragen werden. Das funktioniert für jedes beliebige Fach und jede Studienrichtung. Bitten Sie die Fakultätsmitarbeiter, alle folgenden Punkte zu beachten:

  • Quizfragen in die Videos einzubetten (nicht nur ein Quiz am Ende). So wird erreicht, dass die Studenten aktiv mitmachen und das gesamte Video anschauen. Sie können nicht einfach das Video starten und dann weggehen.
  • Verwenden Sie verschiedene Fragetypen, Auswahlfragen und Fragen, die eine schriftliche Antwort erfordern. Quizfragen können formativ, kombiniert, qualitativ oder quantitative sein. Es gibt Multiple-Choice-Fragen, Richtig/Falsch, Lückentext oder offene Fragen.
  • Binden Sie die Quizergebnisse in die Endnote mit ein. Tracie Lee, Dozentin beim BWL und Wirtschaftscollege der Boise State Universität, hat die Erfahrung gemacht, dass die Studenten freiwillig keine Quizfragen beantworten. Sie macht die Teilnahme zur Pflicht und rechnet die Quizergebnisse in die Endnote mit ein. „Kurze Videos mit integrierten Quizfragen fördern die aktive Auseinandersetzung mit dem Stoff und zeigen sofort, wo Verständnisprobleme vorliegen”, sagt Tracie. Es ist fantastisch, wie die Quizresultate die Prüfungsergebnisse widerspiegeln.”

Tracie Lee integriert interaktive Quizfragen in Ihr Video zur Statistik für Business 207. Das macht den Kurs interessanter und zeigt die Lernerfolge der Studenten.

Eine weitere Möglichkeit ist die Integration von Umfragen/Abstimmungen nach jeder Videolektion, um zu sehen, wie viele der Studenten ein bestimmtes Konzept verstanden haben. Alle diese Daten zusammen genommen geben den Dozenten Aufschluss darüber, welche der Kursteilnehmer erfolgreich sind, welche gerade so mitkommen und welche Probleme mit dem Stoff haben.

Feedback, Wahrnehmung und Erinnerungsvermögen
Empfehlen Sie den Dozenten, Feedback früh und oft abzufragen, um die Qualität und Effizienz der eigenen Kurse abschätzen zu können. Was sagen die Studenten? Gute Zeitpunkte für Fragen sind:

  • Am Ende des Videos und/oder nach einer Lektion (z. B. Was hat Ihnen an diesem Video gefallen? Was war besonders hilfreich beim Lernen?)
  • Am Ende jeder Woche, Unterrichtseinheit oder am Ende eines Themas
  • Mitte des Semester oder vor der Prüfungsvorbereitung
  • Am Ende jedes Kurses

Das Ziel sollte sein, oft nach Feedback zu fragen, vom Feedback zu lernen und den Unterrichtsstil entsprechend anzupassen.

Bewertung durch unabhängige Dritte
Eigene Qualitätsrichtlinien sind eine gute Sache. Es gibt aber auch mehrere unabhängige Drittanbieter, die Online-Programme nach bestimmten Qualitätsstandards bewerten und beispielsweise den Interaktionsgrad der Kurse messen. Solche Organisationen sind u.a. Quality Online Learning & Teaching (QOLT), Quality Online Course Initiative (QOCI), Community of Inquiry und Quality Matters.

Barrierefreiheit
Idealerweise sollte Ihre LMS- und Videoplattform so konzipiert sein, dass die Erstellung barrierefreier Inhalte, barrierefreie Navigation, bildschirmleserfreunliches Webdesign, Wiedergabe usw. möglich ist.

Bei der Schulung der Fakultätsmitarbeiter sollten Sie erwähnen, dass folgende Elemente für hochwertige Online-Kurse wichtige sind:

  • Untertitel in jedem Video – Diese sollten von einem sprachkundigen Übersetzer geliefert werden, können aber auch automatisch von der Videoplattform generiert oder von Hand eingefügt werden. Ein einfach zu benutzender, Web-Editor ist sehr hilfreich, um ADA-konforme Korrekturen zu machen.
  • Klare Titel und Beschreibungen für Kursvideos, Unterrichtsplan, schriftliche Hausarbeiten und andere Materialien, sodass Bildschirmleser durch das Material navigieren können.
  • Verbale Beschreibungen für alles, was im Video zu sehen ist (Diagramme, Grafiken, medizinische Schaubilder usw.), sodass auch Studenten mit Sehschwächen die Konzepte lernen können.

Wir hoffen, dass diese Tipps Ihnen helfen werden, die Fakultätsmitglieder nicht nur in der Technologie sondern auch der Denkweise zu schulen, die für hochwertige Online-Kurse gebraucht wird. Teil der Schulung müssen aber auch die Kurselemente sein, welche die Qualität eines Kurses bestimmen. Sie werden die Methoden finden, die für Ihre Universität und deren Fakultätsmitarbeiter am besten funktionieren.