So werden exzellente Schulungsvideos für Unternehmen erstellt

Videos sind eine der beliebtesten Medienarten im Internet. Auf Facebook, Twitter und Snapchat werden überall kurze, informelle Videos angeboten und angeschaut. Auch in Schulungsprogrammen von Unternehmen kommen Videos bei den Mitarbeitern gut an. Trainer, Entwickler von Lehrmaterialien und alle im Aus- und Weiterbildungsprozess Beteiligten sollten aus diesem Grund auch Videos erstellen und in die betrieblichen Schulungsprogramme integrieren.

In diesem Artikel zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie exzellente Schulungsvideos für Ihr Unternehmen erstellen können. Wir stellen verschiedene Videotypen vor und erklären, wie Sie Ihre Videos so bearbeiten und verbessern können, dass die Zuschauer aktiv zuschauen und erfolgreich lernen.

Schritt 1: Wählen Sie Ihr Thema.

Videoerstellung - Von der Idee zur Realisierung

Die Auswahl eines sinnvollen, arbeitsrelevanten Themas ist der erste wichtige Schritt bei der Erstellung von betrieblichen Trainingsvideos. Ein Video wird heute nur dann bis zum Ende angeschaut, wenn die erwarteten Informationen geliefert werden. Ein Thema zu wählen, das die Zuschauerzielgruppe interessant und wichtig findet, ist entscheidend für den Erfolg Ihrer Videos.

Definieren Sie Ihre Zielgruppe, um das richtige Thema zu wählen. Verstehen Sie die Bedürfnisse dieser Zuschauergruppe. Nehmen Sie sich die Zeit, um die Themen zu identifizieren, die besonders interessant für die Zielgruppe sind oder die Bereiche, wo am meisten Hilfe gebraucht wird. Je nach Standort und Zuschauerzahl sollten Sie Ihre Recherchen entsprechend anpassen. Wenn Sie eine interne Schulung anbieten sollen, dann sind Interviews mit den Mitarbeitern eine gute Methode die Kernthemen herauszufinden. Wenn Sie eine Videodokumentation für externe Anwender oder ein größeres Publikum erstellen sollen, könnte eine Umfrage die beste Methode sein. Existierende Online-Foren und andere Ressourcen helfen ebenfalls bei der Themenauswahl.

Grenzen Sie Ihr Thema ein. Konzentrieren Sie sich auf eine konkrete Idee. Falls das schwierig ist, machen Sie zwei Videos, die aufeinander aufbauen. Videoserien sind ideal, um komplexe Themen in überschaubare, leichter verständliche Lerneinheiten zu gliedern.

Schritt 2: Wählen Sie ein Format für Ihre Inhalte.

Entscheiden Sie aufgrund der vorhandenen Ressourcen, Zeitvorgaben und Erwartungen der Entscheidungsträger, welche Art von Trainingsvideos Sie erstellen wollen. Der Zeit- und Arbeitsaufwand ist je nach gewähltem Format sehr unterschiedlich. Hier einige Beispiele zur Orientierung:

  • Screencasts
    Ein Screencast ist eine Aufnahme Ihres Computerbildschirms. Wenn Sie Mitarbeitern eine neue Software oder ein neues Computersystem erklären wollen, dann sollten solche Aufnahmen in Ihrem Video enthalten sein. Screencasts können informell oder sehr professionell sein.
  • Mikro-Videos
    Ein Mikro-Video ist ein sehr kurzes Video, das nur fünf bis fünfzehn Sekunden lang ist und einen einzelnen Prozess oder eine Idee vorstellt. Solche Mikro-Videos enhalten manchmal nur visuelle Elemente oder Text, aber keinen gesprochenen Kommentar. Mikro-Videos sind eine gute Wahl, wenn Sie verschiedene einfache Prozesse zeigen und erklären wollen, die keine längeren Schulungsvideos erfordern.
  • Präsentator-Videos
    Nehmen Sie den Präsentator auf, wenn Sie Schulungen vor Ort durchführen. Sie können die Aufnahme noch bearbeiten und online in Ihr Lernprogramm integrieren. So können alle Mitarbeiter die Schulungen erleben, auch wenn sie am Veranstaltungstermin nicht teilnehmen konnten.
  • Demo-Video
    Um Arbeitsabläufe kennenzulernen, ist ein Demo-Video die richtige Wahl. Diese Videos führen den Zuschauern ein bestimmtes Produkt, eine Dienstleistung oder einen Arbeitsablauf vor. Viele der Heimwerkervideos auf YouTube haben dieses Format.
  • Rollenspiele
    In einem Rollenspiel werden verschiedene Interaktionsalternativen in einer bestimmten Situation vorgeführt. Diese Videos sind ideal, um Verkaufssituationen zu simulieren oder technische Supportprozesse und andere soziale Interaktionen zu zeigen. Ein bisschen Schauspielerei ist gefragt, aber dieses Format eignet sich sehr gut, wenn Sie Verhaltensweisen schulen wollen und den Zuschauern einen realistischen Einblick in Situationen und ein Gefühl für praktische Fallbeispiele geben wollen.
  • Animationen
    Animierte Videos nutzen Text und Grafikelemente, um Botschaften zu vermitteln. Bei den Zuschauern kommen Animationen gut an, aber es braucht ein wenig technisches Know-how und etwas künstlerisches Gespür, um solche Videos zu erstellen.
  • Interaktive Videos
    Interaktive Videos beziehen die Zuschauer aktiv ein. Je nach der Antwort, die Zuschauer auf Fragen geben, kommen sie zu einem anderen Teil des Videos. Wenn Sie den Zuschauern vorführen wollen, was aufgrund einer bestimmten Entscheidung passieren könnte, sind diese Videos gut geeignet.

Schritt 3: Skript und Storyboard

Trainingsvideos erstellen - Von der Idee zur Produktion.

Sie haben wahrscheinlich eine bestimmte Reihenfolge der Einzelszenen im Kopf, wenn Sie an Ihr Video denken. Vor der Produktion sollten Sie Ihre Ideen zu Papier bringen und ein Storyboard und ein Skript erstellen. Diese Vorbereitung hilft Ihnen, Fehler zu vermeiden und reduziert die Produktionskosten.

Schreiben Sie zuerst Ihr Skript in Ihrem Textprogramm. Stellen Sie sich vor, Sie hätten die Zuschauer direkt vor sich. Wenn Sie einen Screencast oder ein Mikro-Video machen wollen, erklären Sie die einzelnen Arbeitsschritte der Reihe nach.

Erstellen Sie anschließend ein Storyboard. Hier werden die visuellen Videosequenzen mittels einfacher Skizzen oder Bilder angedeutet. Screenshots oder Bilder geben eine Vorstellung davon, was später im Video gezeigt werden soll. Das sollte nicht lange dauern und die Zeichnungen müssen nicht perfekt sein. Strichmännchen reichen als Anhaltspunkte.

Schritt 4: Aufnahme und Bearbeitung

Unternehmensvideos - Aufnahme läuft!

Sie haben die Vorbereitungsarbeiten alle gemacht, jetzt kann die Aufnahme losgehen. Sie müssen kein Videoprofi sein, um einen hochwertigen Screencast zu erstellen. Ein wenig Übung genügt. Die notwendige technische Ausrüstung haben Sie wahrscheinlich schon in der Tasche (Ihr Smartphone!), wenn Sie zum Beispiel ein Interview, ein Rollenspiel oder ein Demo-Video aufnehmen wollen.

Nach der Aufnahme können Sie Ihr Video mit verschiedenen Bearbeitungsfunktionen noch verbessern und visuell ansprechender machen. Beispiele:

  • Anmerkungen
    In Screencasts und anderen Videos weisen Anmerkungen auf bestimmte, wichtige Details hin. Pfeile und unterschiedlich geformte Sprechblasen helfen den Zuschauern bei der Orientierung. Kombiniert mit Animationen zeigen solche Anmerkungen den Zuschauern, was wichtig ist und wo aufgepasst werden muss.
  • Texteinblendungen
    Textinformationen, die im unteren Drittel des Videos als sogenannte Bauchbinden angezeigt werden, wirken sehr professionell. Sie können hier den jeweiligen Sprecher vorstellen oder eine bestimmte Idee oder ein Argument besonders hervorheben.
  • Animationen
    Animationen bringen Bewegung in Text und Formen. Sie machen Ihre Videos damit für die Zuschauer interessanter und es kommt keine Langeweile auf. Eigene Designs oder die fertigen Camtasia Verhaltenseffekte sind eine schnelle und einfache Methodde, um Text, Formen und andere Grafikelemente in Ihren Videos kreativ zu gestalten.
  • Zeigen Sie, wer spricht.
    Zeigen Sie in Ihren Videos, wer spricht. In Screencasts wird das durch die Aufnahme der Webkamera möglich. So kann zwischen Sprecher/Sprecherin und Bildschirm gewechselt werden. Das gibt Ihren Videos eine persönlichere Note und schafft Vertrauen. Schauen Sie direkt in die Kamera.
  • Interaktive Elemente
    Trainingsvideos, die Zuschauer aktiv mit einbeziehen, sind in unternehmensweiten Lernprogrammen beliebt und bewährt. Mit interaktiven Hotspots  können die Zuschauer zusätzliche Hintergrundinformationen bekommen, zu einem bestimmten Punkt im Video springen oder mit dem nächsten Video einer Serie weitermachen.

Schritt 5: Produktion, Hosting und Weitergabe

Wir haben es jetzt bis zum letzten Schritt geschafft, um ein hochwertiges Schulungsvideo zu bekommen: Produktion und Hosting. Hier wird entschieden, wie wir den Zuschauern unser Video zugänglich machen.

Bei der Produktion wird das Video gerendert und steht dann auch ausserhalb des Videoeditors als Videodatei zur Verfügung. Sie haben wahrscheinlich schon gehört, wie viele verschiedene Videodateiformate es gibt. Das bekannteste und vielseitigste Format ist MP4. Wir empfehlen, Ihre Videos als MP4-Dateien zu produzieren, es sei denn, Sie brauchen aus irgendeinem speziellen Grund ein anderes Dateiformat. Produzieren Sie mit den gleichen Abmessungen, die Sie auch zur Bearbeitung verwendet haben. Wir haben ein kurzes Tutorial zur Produktion und Weitergabe mit Camtasia für Sie.

Nach der Produktion muss das Video veröffentlicht oder gehostet werden. Hosting ist auf verschiedenen Plattformen möglich. YouTube und Vimeo sind beliebte Video-Sites, aber es gibt auch noch andere Hosting-Alternativen. Es kommt auch darauf an, ob Sie Ihr Video öffentlich zeigen wollen oder nur unternehmensintern bereitstellen wollen. Ein LMS-System in Ihrem Unternehmen oder eine interne Website sind dann mögliche Hosting-Optionen. Sie können auch den Hosting-Dienst Screencast.com wählen, wo Sie unterschiedliche Medien einfach publizieren und verwalten können. Die Zuschauer bekommen dann einen Link zum Video. Wenn Sie Ihr Video mit Camtasia erstellen, können Sie direkt auf Screencast.com, YouTube oder Vimeo produzieren.

Haben Sie weitere Fragen zur Produktion von Schulungsvideos? Wir beantworten Ihre Fragen gern in künftigen Blogs.