Übergangseffekte in Videos – Wieso, Weshalb, Warum?

Manche Leute behaupten, dass Übergangseffekte in Videos nur ein veraltetes und kitschiges Stilmittel sind, von denen man sich fernhalten sollte. Zu einem gewissen Punkt muss ich diesen Leuten auch Recht geben: Wenn die falschen Übergangseffekte eingesetzt werden, verfehlen sie das Ziel und die Qualität des Videos muss leiden.

Man sollte sich bei Übergängen auch nicht auf einen harten Schnitt oder eine Blende beschränken, sondern den Effekt wählen, der für die Situation im Video am Besten geeignet ist.

Welchen Zweck erfüllen Übergangseffekte in Videos?

Das menschliche Gehirn braucht Pausen, um mit der Informationsflut umgehen zu können. In diesen (kurzen) Pausen werden die wahrgenommen Informationen verarbeitet und das Gehirn kann sich auf die kommenden Informationen vorbereiten.

In der geschriebenen Sprache finden sich diese Pausen in Form von Sätzen und Absätzen wieder. Der Punkt (.) deutet das Ende eines Gedankens an, der Absatz das Ende einer Reihe zusammenhängender Aspekte.

Wenn man diesen Gedanken weiterführt, erkennt man schnell die Bedeutung von diesen und anderen grammatischen Elementen. Sie helfen dem Leser, die aufgenommen Informationen mental zu organisieren und zu verarbeiten.

Dieses Konzept finden sich nun nicht nur in Text wieder, sondern auch in Präsentationen, Musik und eben in Video.

Denkpause und Übergang

Übergangseffekte in Videos dienen dazu, dem Betrachter eine kurze Denkpause zu geben und das Gehirn im Unterbewusstsein auf die nächste Szene oder Aktion vorzubereiten. Die visuellen Effekte erfüllen aber auch noch andere Zwecke:

Zeitablauf darstellen

Übergangseffekte eignen sich gut, um einen Zeitablauf verkürzt darzustellen. Schauen Sie sich als Beispiel das folgende Video an, das keinen Übergangseffekt enthält:

Was passiert hier? Der Mitarbeiter sitzt zunächst konzentriert an seinem Schreibtisch, doch dann liegt er plötzlich da. Verwirrend, oder?

  • Was ist gerade passiert?
  • Warum liegt er da?
  • Habe ich etwas verpasst?
  • Ist er tot?

Schauen Sie sich nun diese Version des Videos an, das einen einfachen Übergangseffekt enthält.

Sehen Sie den Unterschied? Man bekommt das Gefühl, dass Zeit vergangen ist und der Mitarbeiter wohl an seinem Schreibtisch eingeschlafen ist. Der Videoclip besteht aus denselben zwei Aufnahmen wie zuvor, doch ist er dank Übergangseffekt viel aussagekräftiger und klarer.

 

Der richtige Übergangseffekts für den richtigen Zweck

Hier ist eine Übersicht der gängigen Übergangseffekte und wie diese eingesetzt werden können.

Blende – Der Allrounder unter den Übergangseffekten. Er eignet sich gut, um auf elegante Weise von einer Szene zur nächsten zu wechseln. Auch Zeitabläufe lassen sich hiermit gut darstellen. Mit einem guten Blende-Effekt kann man wenig falsch machen.

Übergangseffekt Blende

Schwarz Ausblenden – Ein ebenfalls sehr guter Übergangseffekt. Er eignet sich besonders gut für den Übergang zwischen zwei Themen oder Kapiteln, oder um einen längeren Zeitablauf darzustellen. Ich empfehle diesen Übergang für Screencasts, Videos von PowerPoint Präsentationen und Software Demos. In Videos, in denen Menschen gezeigt werden wie in einem Interview, wird der Effekt seltener verwendet. Man sieht ihn oft nach dem Vorspann, bei Themen/Szenenwechseln und am Ende eines Videos. Denken Sie auch eine TV-Shows zurück, die sie neulich gesehen haben. Inmitten einer Szene ist dieser Übergangseffekt selten zu finden.

Übergangseffekt Schwarz Ausblenden

Kippen – Ein guter Effekt bei Screencasts und PowerPoint Präsentationen. Bei einer Softwaredemo kann er eingesetzt werden, um visuell zwischen zwei Rechnern zu wechseln. Der Effekt wirkt besonders gut auf schwarzem Hintergrund, aber natürlich kann man auch hier kreativ werden.

Übergangseffekt Kippen

Wischen (radial) – Dieser Effekt erfüllt nur einen Zweck: Das Vergehen der Zeit darzustellen. Die Animatioen wirkt wie ein Uhrzeiger und die Bedeutung kann leicht nachvollzogen werden. Der Effekt wird schon seit Ewigkeiten in Filmen und Shows verwenden und ist somit auch etwas in die Jahre gekommen. Bedenken Sie die Zielgruppe Ihrer Videos und den Eindruck, den Sie vermitteln wollen und entscheiden Sie dann, ob dieser Effekt die beste Wahl ist.

Übergangseffekt Wischen (radial)

Wischen – Der Übergangseffekt Wischen ist eine Blende, die noch zusätzlich verschoben wird oder sich bewegt. Diese Effekte waren eine Zeit lang in Spielfilmen wie Star Wars sehr beliebt, aber auch dieser Trend hat sich geändert. Heutzutage kann er gut in Screencasts verwendet werden, um Text oder Grafiken einzublenden.

Übergangseffekt Wischen

 

Star Wipe, Karos, Drehender Würfel, Rad und ähnliches – Warum es einige dieser Effekte gibt, es mir oft ein kleines Rätsel. Ihre Ästhetik ist fraglich und sie wirken so stark, das sie vom eigentlich Inhalt des Videos ablenken. Statt dem Gehirn wie vorhin erwähnt eine kurze Denkpause zu gönnen, strengt es zusätzlich an. Nicht empfehlenswert.

Übergangseffekte Karos, Drehender Würfel, Rad, ZickZack

Übergangseffekte Karos, Drehender Würfel, Rad, ZickZack

Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel und in ganz speziellen Fällen können auch diese Effekte zur Geltung kommen.

Ihre Meinung ist gefragt!

Welche Übergangseffekte verwenden Sie häufig? Und welchen Zweck erreichen Sie damit? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.