video camera lens close up

Videobearbeitung: Codierung ist keine Zauberei.

Vor der Weitergabe muss ein Video zuerst produziert werden. Das ist in den meisten Videobearbeitungsprogrammen der letzte Schritt. Der Fachbegriff ist „Codierung“ und dabei müssen einige Entscheidungen getroffen werden. Das scheint auf den ersten Blick schwierig zu sein, weil Codec, Container und viele verschiedene Dateitypnamen im Spiel sind. In Wirklichkeit ist die Codierung aber gar nicht so komplex. Sie müssen nur ein paar Grundlagen kennen, um exzellente Ergebnisse zu erzielen.

Ein historischer Rückblick

In 1984 entwickelte die Internationale Telekommunikations Union (ITU) H.120, den ersten internationalen Videocodierungsstandard. H.120 ist inzwischen aus technischer Sicht veraltet – nur wenige Ausführungen wurden je produziert – aber es war die Grundlage für moderne Videostandards. Die Entwicklung dieser Standards zählt wohl zu den wichtigsten Fortschritten in der digitalen Medienkommunikation. Ohne Codierungsstandards wäre die Revolution des Videostreaming im Internet nie möglich gewesen.

Seit der Erfindung von H.120 hat sich viel getan. In den folgenden Jahrzenten wurden weitere Codingstandards vorgestellt, von der Öffentlichkeit angenommen und wieder verworfen, sobald ein neuer, besserer Standard erfunden wurde. Obwohl der H.120 Standard nur wenig genutzt wurde, hat dieser Standard den ersten kommerziell erfolgreichen und weit verbreiteten Standard H.261 inspiriert. Die folgenden Standards wurden ähnlich benannt, es gab H.261 und H.263. Der im Moment am weitesten verbreitete Videocodierungsstandard ist H.264. An der Nummerierung ist leicht zu erkennen, welcher Standard der aktuellste ist.

Hinweis: Wir haben versucht zu recherchieren, aus welchem Grund die Buchstaben und Nummern zur Benennung gewählt wurden. Ausser einigen Informantionen zu den Namen der Entwicklerteams konnten wir keine eindeutige Erklärung finden. Wenn Sie wissen, warum diese Codierungsstandards auf diese Weise benannt wurden, dann schreiben Sie uns bitte.

Was ist Videocodierung?

Wenn wir ein Video produzieren und Videobearbeitungsoftware benutzen, dann codieren die Programme die Medien in ein bestimmtes Videodateiformat. Das Ziel ist, die Datei auf eine Größe (MB oder GB) zu komprimieren, die leicht gespeichert und über das Internet weitergegeben werden kann. Die meisten Programme zur Videobearbeitung bieten verschiedene Formate zur Auswahl. Die technische Entwicklung hat einen international anerkannten Standard für die Codierung von Videos hervorgebracht: H.264.

Wenn Sie schon viele Videos produziert haben, aber noch nie von H.264 gehört haben, ist das nicht schlimm. Sie haben diesen Standard wahrscheinlich benutzt, ohne es zu merken. Der erste Schritt bei der Produktion ist die Organisation der Audio- und Videodaten. Diese Daten müssen dann zur Weitergabe noch verpackt werden. Dieses Paket wird der Container genannt. MP4 wird am meisten benutzt, aber es ist nicht das einzige Format. MOV ist ein anderer Container für H.264 Video. Der Container wird auch oft als Dateiformat bezeichnet und am Ende des Dateinamens angegeben (z. B. beispiel.mp4 ODER beispiel.mov). MP4 und MOV sind nicht die einzigen Formate, die H.264 Video enthalten können. Es gibt andere Formate, aber MP4 und MOV sind normalerweise die beste Wahl, da Hosting Sites wie YouTube, Vimeo und andere Social Media wie Facebook und Twitter diese beiden Formate bevorzugen.

Codierungswahl

Je nach der verwendeten Software, kann die Auswahl eines Codierungsstandards super einfach oder verwirrend kompliziert sein. Manche Softwareprogramme haben viele verschiedene Codierungsstandards und Containerformate, andere Programme bieten nur die im Internet beliebtesten Formate an.

Wenn Sie nicht unbedingt aus einem bestimmten Grund ein anderes Format brauchen, sollten Sie MP4 (auch MPEG-4 AVC/H.264 genannt) wählen. Es ist ein sehr flexibles Format, bietet gute Qualität bei handlichen Dateigrößen. Wie schon erwähnt, ist es so gut wie überall verwendbar und kompatibel.

Was sind Codecs?

Ein weiterer Begriff im Zusammenhang mit Videocodierung ist Codec. Codecs sind die Technologien und Programme, die einen digitalen Datenstrom oder ein Signal (z. B. ein Video) codieren und decodieren. Das Wort ist eine Kombination der Wörter codieren und decodieren, weil diese Programme beides tun.

Am Horizont der Entwicklung: H.265

Ein neuer, noch effizienterer Standard H.265 ist als HEVC (High Efficiency Video Coding) bekannt. Die Zielsetzung von H.265 ist, im Vergleich zu den aktuell angebotenen Codierungstandards bessere Komprimierung (kleinere Dateigröße) bei besserer Bildqualität zu bieten.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass H.265 eines Tages als Standardcodierung akzeptiert wird, aber bis dahin gibt es noch viel zu tun. Technologie-Unternehmen müssen den neuen Codec in ihre Software integrieren. Das bedeutet auch Arbeit an Patent- und Lizenzierungsvereinbarungen, um die Technologie verwenden und als Teil der eigenen Software verkaufen zu können. Die neue Codierungsmethode braucht auch mehr Prozessorleistung, das heisst die Computer der Konsumenten müssen ebenfalls mithalten können. Kleinere Videodateien, die viel schneller laden und bessere Bildqualität haben, sind eine vielversprechende Aussicht für die Zukunft. Im Moment ist die beste Option immer noch H.264 in einem MP4-Container.