5 einfache Videotipps, mit denen Sie Ihren Plan besser umsetzen können

„Egal, wie sorgfältig man plant, irgendetwas geht immer schief.“

Gute Planung ist die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg eines neuen Projekts. Gleich danach kommt die Fähigkeit, Ihre Pläne rasch zu ändern, wenn sie Ihnen um die Ohren fliegen.

Schauen Sie sich diese Zeichnung an: Plan A zeigt den einfachsten und direktesten Weg. Plan B verläuft im Zickzack, aber doch gut erkennbar in Richtung Ziel. Plan C schließlich sieht so aus, wie wir es aus dem richtigen Leben kennen: Ein wirres Knäuel von Schleifen und Abirrungen. Die Linie verläuft nach vorn, dann wieder zurück und in alle möglichen anderen Richtungen, bis sie das Ziel zu guter Letzt doch noch erreicht.

In diesem Blog haben wir oft darüber geschrieben, wie wichtig es ist, eine Videoaufzeichnung gut vorzubereiten, zum Beispiel mit einem Videoskript und einem Storyboard. Wir bieten zu diesen Themen sogar (englischsprachige) Kurse in der TechSmith Academy an.

Gute Vorbereitung ist entscheidend, damit Ihre Produktion ein Erfolg wird. Aber schon ein paar einfache Videotipps können Ihr Selbstvertrauen stärken und Ihre Erfolgsquote bei Aufnahmen deutlich steigern.

Was tun Sie, wenn…

  • Sie am Außendrehort Ihres Schulungsvideos auftauchen und es regnet?
  • die Umgebung am Set ganz anders aussieht als in dem Storyboard, das Ihr Manager freigegeben hat?
  • die Person, die Sie aufnehmen, vor der Kamera steif und unbeholfen wirkt?

In solchen Situationen müssen Sie in der Lage sein, Ihre Planung komplett umzustellen – und zwar so, dass das ursprüngliche Ziel erreicht wird. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, sich auf solche Pannen vorzubereiten.

Tipp 1: Erkunden Sie den Drehort vorab.

Ein Experte erkundet einen Drehort und nimmt ein Foto aufSuchen Sie den vorgesehenen Drehort schon vor dem Termin auf und verschaffen Sie sich direkt vor Ort einen Eindruck. Das hat einige wichtige Vorteile:

  • Wenn Sie sowohl Ihre Erwartungen als auch die tatsächlichen Gegebenheiten am Drehort deutlich vor Augen haben, fällt es Ihnen leichter, die Kluft zwischen Idee und Umsetzung zu überbrücken. Wenn Sie eigentlich in einer waldreichen Umgebung filmen wollten und dann feststellen, dass der Drehort eher nach Vorstadt aussieht, können Sie rechtzeitig reagieren – zum Beispiel so wie in Tipp 3 beschrieben.
  • Nehmen Sie Ihre Kamera mit und machen Sie ein paar Fotoaufnahmen von den Positionen aus, von denen Sie filmen möchten. Diese Fotos können Sie nutzen, um Ihr Storyboard zu erstellen. Wenn Sie Ihre Idee dann präsentieren, haben alle Beteiligten eine klare Vorstellung vom Set und können sich Ihr Konzept bildlich vorstellen.
  • Mit Google Maps kommt man nicht überall hin. Ganz ehrlich: Haben Sie eben kurz überlegt, ob sich der Drehort nicht ebenso gut auch auf Google Maps erkunden lässt? Bei einigen Außenfassaden von Gebäuden direkt an der Straße mag das so sein. Aber den Innenbereich der Gebäude können Sie damit nicht einsehen. Und alles, was zu weit von einer größeren Straße entfernt liegt, können Sie auf Google Maps gar nicht anschauen. Dazu kommt die Ablenkung durch Passanten, die vor der Kamera auf dem Google-Fahrzeug posieren.

Foto von zwei Personen im Taucheranzug, die den Kamerawagen von Google verfolgen

(Poser vor der Google Maps-Fahrzeugkamera)

Wenn Sie den Drehort selbst aufsuchen, können Sie nicht nur herausfinden, welche Stelle für das Set am besten geeignet ist, sondern auch abgegrenzte Bereiche erkunden und logistische Probleme im Vorfeld erkennen.

Aber was ist, wenn Sie nicht in der Nähe des vorgesehenen Drehorts leben?

Dieses Problem hatten wir vor kurzem bei TechSmith, als wir einen Drehtag mit dem Marketing-Experten Jay Baer vorbereiten wollten. Da der Drehort weit von uns entfernt lag, konnten wir ihn nicht selbst vorab erkunden. Also baten wir Jay um einen virtuellen Rundgang. Zu unserem Glück war er sofort dazu bereit. Er filmte seine Wohnräume, um uns eine Vorstellung davon zu geben, wie viel Platz wir zur Verfügung hatten. So konnten wir uns auf den Dreh vorbereiten.

Jay Baer posiert in seinem häuslichen Arbeitszimmer für ein Foto(Dank des virtuellen Rundgangs von Jay Bear konnten wir bestens vorbereitet am Drehort auftauchen.)

 

Tipp 2 – Nutzen Sie die Stärken Ihrer Protagonisten.

Vielleicht haben Sie ja das Glück, mit jemandem drehen zu dürfen, der so talentiert ist wie Jay Baer. Das öffentliche Sprechen ist sein Beruf. Deshalb brauchten wir für die Videos mit ihm kein ausformuliertes Skript. Eine kurze Skizze und eine Idee genügten, den Rest überließen wir seiner natürlichen Begabung. Unsere Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen: Das Ergebnis war besser als jedes Skript, das wir uns hätten ausdenken können.

Leider ist es nicht immer so einfach.

In den meisten Fällen müssen Sie ein Skript verfassen, an das Ihre Protagonisten sich halten können. Beim Schreiben sollten Sie möglichst die Person im Blick haben, für die das Skript gedacht ist.

Ich habe diese Lektion gelernt, als ich vor einiger Zeit Teaservideos für große Events produzierte. Obwohl ich sorgfältig durchdachte Skripte vorbereitet hatte, waren die Ergebnisse nicht restlos überzeugend.

Schließlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich hatte das Pferd von hinten aufgezäumt.

Statt Skripte für unser Team zu verfassen, erwartete ich, dass das Team sich den Skripten anpasst.

Als ich unsere Mitarbeiter in den Schreibprozess einbezog, kam ein Video dabei heraus, das viel dynamischer wirkte und die individuellen Stärken aller Teammitglieder zur Geltung brachte. Wenn Sie Ihre Protagonisten beim Verfassen des Skripts nicht einbeziehen können, legen Sie ihnen Sätze in den Mund, die zu ihnen passen und mit denen sie sich von ihrer besten Seite zeigen können.

Hier ist ein besonders schönes Beispiel dafür: Ein Video mit dem Trainings- und Videoexperten Matt Pierce und unserem Entwicklungsmanager Danny Wittenborn. Matt ist ausgesprochen extrovertiert, Danny eher introvertiert. In dieser Aufnahme haben wir die beiden ganz bewusst kombiniert, um ihre gegensätzlichen Persönlichkeiten effektvoll in Szene zu setzen:

Angenommen, Sie haben nach langem Suchen endlich jemanden gefunden, der bereit ist, vor die Kamera zu treten, oder Sie haben zwei kontrastierende Charaktere zu einem unterhaltsamen Team kombiniert. Jetzt läuft die Kamera – und sofort verkrampfen sich Ihre Protagonisten und fühlen sich sichtlich unwohl. Wie lässt sich die Situation retten? Hier sind einige Tipps:

  • Lassen Sie Ihre Protagonisten von einem Skript oder einer Stichwortkarte ablesen.
  • Bitten Sie sie, zu lächeln. Ein Lächeln macht es oft leichter, die nervliche Anspannung abzubauen.
  • Viele Menschen fühlen sich eingeschüchtert, wenn sie direkt in die Kamera blicken sollen. Stellen Sie sich neben die Kamera und bitten Sie Ihre Protagonisten, zu Ihnen zu sprechen.

Tipp 3 – Wenn etwas nicht klappt, ändern Sie es

Oben habe ich von der Aufnahme mit Jay Baer erzählt, bei der wir den Drehort vorher nicht persönlich erkunden konnten. Er hat uns damals mit einem virtuellen Rundgang durch seine Wohnung geholfen. Aber ich vergaß zu erwähnen, dass wir auch im nahegelegenen Wald filmen mussten. Die Videos waren für ein E-Book gedacht. Der Titel sollte mit dem Namen des Autors spielen: „Can a Bear Make a Video in the Woods: The Marketer’s Ultimate Guide to Video“ (Kann ein Bär im Wald ein Video drehen? Der ultimative Video-Leitfaden für Marketing-Profis). Es war also ziemlich wichtig, das perfekte Waldgebiet zu finden.

Als wir ankamen, gingen wir auf Jays Hof und machten Fotos. Mir wurde schnell klar, dass sie zwar Bäume zeigten, aber doch sehr nach Hinterhof aussahen. Bei unseren vielen Vorbereitungstreffen hatten wir ein anderes Bild vor Augen gehabt:

Jay Baer im Bärenkostüm auf einer Wiese, vor einer eindrucksvollen Waldkulisse.

So ging das nicht. Wir brauchten den Wald einfach. Kaum hatte ich gesagt, dass für meinen Geschmack zu viel Gras auf dem Foto zu sehen war, als Jay auch schon den Finger ausstreckte. Er wies auf eine Schlucht unterhalb des Hangs, an die wir aus irgendeinem Grund überhaupt nicht gedacht hatten. Sie war der perfekte Ort.

Jay Baer im Bärenkostüm inmitten eines dichten Waldes. Er hat den Fuß auf einem Baumstamm gestellt und fotografiert sich mit einem Selfie-Stick.

In dieser Situation war die Planung ganz entscheidend – aber gerade nicht, weil ich sie sofort in die Tat umgesetzt hätte, sondern deshalb, weil sie uns ermöglichte, flexibel zu reagieren. Die Orientierung an unserem Plan gab mir die Freiheit, zu sagen: „Hier stimmt etwas nicht“ und das Selbstvertrauen, in letzter Minute noch etwas zu ändern.

Tipp 4 – Probieren Sie Neues aus

Der beste Weg, um das Interesse an etwas zu verlieren, ist, es ständig zu wiederholen. Das gilt auch bei Videos. Es ist nie zu früh oder zu spät, um erstarrte Gewohnheiten zu durchbrechen – weder für Zuschauer noch für Autoren.

Manchmal kann es spannend sein, einem ungewöhnlichen Einfall nachzugehen – auch wenn Sie nicht sicher sind, ob das überhaupt machbar ist. Warum nutzen Sie Ihr nächstes Video nicht, um eine neue Methode oder Vorgehensweise zu erlernen? Testen Sie Ihre Grenzen aus – und die Grenzen Ihrer Ausrüstung.

Vor kurzem hat TechSmith neue Forschungsergebnisse zum Nutzen visueller Kommunikation im globalen Arbeitsumfeld veröffentlicht. Ich sollte ein Video erstellen, das einige Ergebnisse der Studie präsentiert. Ich hätte sie in eine Art Erzählung einbetten oder wichtige Mitwirkende an der Studie befragen können. Beides habe ich schon vorher getan. Stattdessen entschied ich mich für einen neuen Weg: Ein vollständig animiertes Infografik-Video, bei dem ein grafisches Element zum nächsten führt. Und das Wichtigste: Ich wollte dafür ausschließlich Camtasia verwenden. Ich arbeite sehr viel mit Camtasia, aber für komplexe Aufgaben bin ich oft auf After Effects umgestiegen. Diesmal nicht. Und ich war sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Ich hatte meine Komfortzone verlassen und mich einer kleinen Herausforderung gestellt. Das war wie eine Verjüngungskur!

Wir alle fahren uns von Zeit zu Zeit fest, und das macht es nicht unbedingt leichter, etwas Sehenswertes zu produzieren. Diese selbstgestellte Aufgabe verschaffte mir die Freiheit, neue kreative Möglichkeiten zu erproben. Ich stieß auf Schwierigkeiten, bei denen ich auf zusätzliche Hilfe angewiesen war. Ich arbeitete eng mit unserem Designer Brean zusammen, der für bestimmte Sequenzen eigens neue Grafiken erstellte, damit ich weiterkam. Und ich habe gesehen, was Camtasia leisten kann, wenn ich sein Potenzial ausreize.

Tipp 5 – Wenn der Regen fällt

Regen ist für Videoaufnahmen alles andere als ideal. Er ist nass, geräuschvoll und verdirbt allen die Laune. Tipp 5 umfasst im Wesentlichen zwei Ratschläge. Ich empfehle Ihnen, bei der Planung beide zu kombinieren:

  1. Setzen Sie zwei Aufnahmetermine an: einen früheren als Hauptdatum und einen Ausweichtermin für den Fall, dass es regnet.
  2. Organisieren Sie für den zweiten Termin einen Reserve-Drehort innerhalb eines Gebäudes.

Beide Situationen sind nicht gerade ideal – aber besser, Sie haben für jede denkbare Situation einen Plan und können pünktlich liefern, als dass Sie sich von einem plötzlichen Wolkenbruch aus der Bahn werfen lassen.

Ich hoffe, diese einfachen Videotipps helfen Ihnen, Ihren sorgfältig durchdachten Plan mit Erfolg umzusetzen – auch dann, wenn nicht alles so läuft wie ursprünglich vorgesehen.